Rendezvous mit dem Nierentisch

7.1.2021. „Rendezvous mit dem Nierentisch“ war ein großer Erfolg im Kino. Er zeigte die besten Reklamefilme der Fünfziger Jahre, die ein hohes Niveau hatten. Nierentisch und Tütenlampen waren damals beliebte Möbelstücke, beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Werbefilme wurden damals vor dem Hauptfilm gezeigt. Sie enthalten gute Musik, Schlager und Klassik. Dazu fast schon literarische Texte, immer mit einem Augenzwinkern. Und schrägen Humor. In einer Szene sieht man eine hässliche Industrielandschaft. Eine Hausfrau hängt gerade Wäsche im Garten auf. Dabei erklärt sie dem Publikum, „Bei uns im Ruhrgebiet, mit seinen Kohlekraftwerken, ist Alles so dreckig und speckig. Aber Ariel (ein Feinwaschmittel) macht Alles wieder porentief rein.“ Dazu hält sie eine große Packung des Wundermittels in die Kamera. Danach werden im dicht bevölkerten Ruhrgebiet wohl auch viele Familien Ariel gekauft haben.

Das ist der Sinn von jeder Reklame. Leidet hat sich das seit den Siebziger Jahren geändert. Es kam ein neues Modewort: Werbepsychologie. Die konnte zwar sehr witzig sein, arbeitete aber vor Allem mit unterschwelligen Beeinflussungen, die der Kunde gar nicht bemerken sollte und bekam einen strengen Beigeschmack, weil sie Heilmethoden für psychisch kranke Menschen zur Verkaufsförderung einsetzte. Vorher wurden dazu Reaktionstests gemacht. Testpersonen bekamen ein identisches Waschmittel, in drei verschiedenen Verpackungen. Die mehrheitliche Bewertung: Die gelb verpackte Sorte war zu scharf, die blaue zu schwach. Aber die blaue mit den gelben Punkten war ideal. Obwohl alle ein und dasselbe Waschmittel enthielten.

Das ist schon Kundentäuschung, also grenzwertig, wurde aber immer mehr verfeinert. Heute ist Reklame viel zú laut, zu marktschreierisch und belanglos. Kinos habe ich jahrelang, meistens erst nach dreißig Minuten betreten, denn so lange lief, vor dem Hauptfilm, lärmende Reklame. Nicht der einzige Grund, warum die Kinos immer weniger Publikum fanden. Alberne Handlungen mit jungen, schönen Menschen, die sich äußerlich immer ähnlicher sahen und oft immer das Gleiche erzählten, mit lauter Musik und langweiligen Knalleffekten. „Effekt ist eine Wirkung – ohne Ursache.“ Das wusste schon der Theaterzauberer Richard Wagner, vor zweihundert Jahren. Aber seine heutigen Nachfolger haben nichts daraus gelernt.

„Technisch haben wir alle Möglichkeiten, aber uns fällt nichts mehr ein“, sagte mir vor zwei Jahren ein Münchner Film-Manager. Danach habe ich hier ein dreiteiliges Drehbuch veröffentlicht, es war filmreif, aber danach haben die Experten nicht mehr mit mir gesprochen. Dafür zeigten sich aber einige arbeitslose Filmstatisten und führten Belästigungen aus. Sie sitzen jetzt alle zu Hause, die Studios sind geschlossen.

Die gesamte Branche der Kinofilm-Veranstalter und -Produzenten wird durch die anderen neuen Medien immer mehr bedroht. Deshalb sind Änderungen unvermeidlich und Einsparungen.

Ursachen muss man frühzeitig erkennen und darauf reagieren. Aber selbst eine wertvolle Heilmethode wie die Psychoanalyse kann zwar auch missbraucht werden, aber dann wirkt sie gar nicht mehr, sondern schlägt zurück. Selbst Mediziner können nicht immer richtig damit umgehen. Ein Bekanntet musste, nach mehreren Anläufen, sogar hören, „Wir können Ihnen nicht mehr helfen.“ Natürlich war das möglich, aber nicht durch oberflächliche Geldsäcke, die teuer abkassieren.

Fehler passieren Jedem, aber wenn Wissenslücken oder Absicht dahinter stecken, werden gesetzliche Grenzen überschritten. Solche Hinweise sind Kernpunkt dieser Webseite, die aber Niemanden persönlich bloß stellt und streng auf den Datenschutz achtet, der auch für Verdächtige gilt. Viele Skandale werden aber schamlos in den öffentlichen Medien breit getreten. Hier dienen sie nur als Beispiele, um Ursachen und Methoden zu erklären. Viele junge Leute können ohne ihr Smartphone kaum noch etwas mit sich selbst anfangen. Dann werden Computerprogramme ausprobiert, mit denen man den Standort und die Gewohnheiten eines Opfers ausspionieren kann. Das ist streng verboten, für Privatpersonen und auch für Security-Firmen. Beamte dürfen das nur, im Rahmen ganz enger Grenzen, die das Grundgesetz festlegt. Sonst riskieren sie ein sofortiges Hausverbot an ihren Arbeitsplätzen und die endgültige Entfernung aus dem Dienst, bei einem schrumpfenden Arbeitsmarkt, der in solchen Fälle keine gut bezahlten Vertrauensstellungen mehr anbietet.

Solche schlechten Entwicklungen steigerten sich schon seit Jahren immer mehr. Damit har Corona Schluss gemacht. Aber das ist nicht der Untergang der Welt, sondern eine Ruhepause und die Chance zum Nachdenken. Über den Dekalog, die zehn Gespräche mit Gott über seine Weltordnung, schon seit der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies. Seitdem gelten die Zehn Gebote. Das Verbot zu lügen, betrügen und zu stehlen, zu morden. Die Habsucht, die Gier nach fremdem Eigentum, auch nach geistigem Eigentum. Das ist eines der Themen in der Übersicht, unter diesem Text.

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