Rossinis Semiramide, Teil 2

1.8.2021. Die Welt ist insgesamt langweiliger geworden. Entdeckt man zufällig ein faszinierendes Thema, dann kann es vorübergehend sich verstärken, trocknet dann wieder aus oder bleibt Jahrzehnte im Unterbewusstsein, unbemerkt, bis ein leises Signal den Schlaf beendet. Die Entdeckung von Rossinis Tragödie „Semiramide“ hatte gestern solche Folgen. Nach dem Schreiben des Artikels war diese Geschichte nicht zu Ende. Sie schlug Gedankenbrücken (Assoziationen) zu verwandten Bereichen und zu Verbindungen, die nicht voraussehbar waren. Deshalb heute der zweite Teil.

Erstes Stichwort war Babylon. Es ist bekannt aus der altbiblischen Geschichte vom geplanten Turm, der bis zum Himmel reichen sollte. Aber Gott zerstörte den Plan, bis in  seine Nähe aufzusteigen, indem er die Sprache der Menschen verwirrte und damit ihren gegenseitigen Informationsaustausch. Das soll 2.300 Jahre vor  Chr. geschehen sein. Dreihundert Jahre später herrschte König  Hammurabi in Babylon, über den gestern im ersten Teil ausführlicher berichtet wurde. Er hinterließ das erste schriftliche Gesetzbuch, an dem sich auch die wichtigsten heutigen Gesetze auf der ganzen Welt orientieren.

Damit wurde ein uraltes Chaos beendet, nach dem jeder Herrscher machen konnte, was er wollte. Natürlich ist das auch ganz woanders passiert. Zufällig stieß ich dabei auf den bekannten Namen der Azteken. Etwa 1400 nach  Chr. lebten sie zweihundert Jahre lang in Mexiko. Ihr Staat war ausgeklügelt organisiert, auch das ist ein reiches Anschaungs- und Vergleichsmaterial. Bei ihren Nachbarn waren die Azteken wegen ihrer Aggressivität verhasst. Den Spuk beendeten Besucher aus Spanien. Hernan Cortes (1485 – 1547) eroberte das Aztekenreich und verhaftete den dortigen König Montezuma. Außerdem transportierten seine Schiffe riesige Mengen von Gold und anderen Kostbarkeiten in seine spanische Heimat.

Andere Seefahrer eroberten auch fremde Kontinente. Die englische Königin Elisabeth I. (1533 – 1603) schickte aus London,eigene Kriegsschiffe nach Südamerika. Ihre engsten Vertrauten waren direkt beteiligt am schwierigen Fall des Dichters Christopher Marlowe, der auch ein herausragendes Spiegelbild der damaligen Zeit weit öffnet. Zu seinem Gedenken habe ich am 23.11.20. eine eigene Webseite eröffnet: „Zeichen und Bilder“ :

https://www.mind-panorama.de/  

Wie bereits erwähnt, war der Auslöser für die letzten Gedanken Rossinis tragische Oper „Semiramide“, außerdem die Bildgestaltung am Opernhaus in Venedig, durch Nicolas Bovey, Jahrgang 1996. Im ersten Teil sieht man einen bühnenfüllenden, goldfarbenenen  Hintergrund, eine große Wand  zu Beginn, ohne zusätzliche Störelemente. Sie hat eine Signalwirkung: Das Gold der Herrscher. Später eine kleine, seitlich offene Wand, mit einer kreisrunden horizontalen Scheibe davor. Das Bühnenlicht verändert sich, dunkelblau und die große  Boden-Scheibe dreht sich langsam, leuchtet sternförmig, geheimnisvoll, umringt vom Chor. In der Bühnen-Decke ist jetzt  eine kreisrunde Öffnung, ein Blick in die Außenwelt,  mit blühenden grünen Pflanzen. Die Idee mit der kreisrunden Platte als dominierendes Bildzentrum wurde oft verwendet von Wieland Wagner (1917 – 1966). Es war   sein starker, symbolischer „Weltenkreis“, vor  dem sich, ohne Spielereien  das tagelange, universale „Welten-Drama“  vom „Nibelungenring“ abspielte, mit eindringlichen Lichtwirkungen und einer ausgefeilten Personen-Regie. Die Tragödie von der Beschädigung und dem Untergang der Welt durch betrügerische Habgier.

Vom Thema her sind Musikdramen und historische Ereignisse sehr weit voneinander entfernt. Aber sie vermischen sich miteinander, und daraus kann eine ganz neue Dimension werden. Ein riesiges Bilderrätsel, das man bestaunen, aber auch auflösen kann. Solche Querverbingungen findet man oft auf dieser Webseite. Man muss nur ein einziges  Stichwort in die Suchfunktion eintippen, ganz oben rechts. Zum Suchwort „Norma“ findet man dann sofort alle schon  veröffentlichten Artikel. Es sind bereits über 130 Analysen.

Und das gilt auch für jedes andere Thema, aus der Politik, Ökonomie und den anderen 40 Kapiteln, deren Auswahl immer direkt unter diesem Text zu finden ist. Ein Nachschlagewerk, das sich keineswegs mit dem grenzenlosen Wikipeia-Lexikon vergleichen will. Aber eine Einladung, Themen zu vertiefen, die nur oberflächlich bekannt sind, Fehler und falsche Planungen auslösen, auch wenn sie sogar absichtlich verursacht werden. Alle Gewinne daraus sind Luftblasen, die ein Windhauch platzen lässt. Erfolge mit ganz anderen Methoden sind nicht unbedingt mühsamer, aber sie setzen eine völlig veränderte Denkweise voraus. Auch solche Einzelheiten werden hier beschrieben, ohne den persönlichen Datenschutz zu verletzen. Das Copyright, der berechtigte Schutz der Ideen von jedem Entdecker, wird ganz oben auf jeder Seite erklärt. Wer selbst etwas leistet, kann damit umgehen.

_____________________________________

Hier ist der Semiramide-Artikel, Teil 1:

https://luft.mind-panorama.de/semiramide/

.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.