Rotierende Bremsklötze

31.3.2021. Zum Monatsende fällt nebenbei auf, dass schon das erste Quartal des neuen Jahres vorbei ist. Die Uhren wurden zwar um eine Stunde vorgestellt, aber die Zeit hat sich dabei nicht beschleunigt. Das scheint aber so, wenn das Gedächtnis arbeitet. Je mehr gespeichert ist, desto mehr Erinnerungen sind aktiv. Durch Gedankenbrücken verbinden sie sich. Das Wichtigste ist dabei nicht immer am schnellsten da. Wie in der Tiefe des Ozeans liegt es ganz unten, bleibt vorübergehend unsichtbar. Ein Signal, ein Stichwort kann es aktivieren. Passiert das nicht, wird es zur Belastung, zwar unbemerkt, mischt sich aber ein. So wie unerwünschte Verwandte oder Bekannte, die in ihren eigenen Abläufen unterwegs sind, aber trotzdem nicht vergessen werden wollen. Vor Allem Berufskollegen machen nicht nur ihre Arbeit, sondern schleichen auf den Bürofluren herum, um ihre Nasen in fremde Türen zu stecken und ihre Augen unter Hochdruck zu bringen. Sie sind sehr unbeliebt, aber schwerhörig, wenn man hinter ihnen die Türen zuknallt. Dann sind sie wieder voll getankt, geben Gas und behindern den Rest der Welt bei der Arbeit, wie Experten, die gar nichts verstehen, aber überall ihre Finger drin haben.

Das klingt satirisch, aber es ist nicht besonders lustig, weil die Bremsklötze dabei immer dicker und aufdringlicher werden. Das ist teure Zeitverschwendung, aber ein Hauptgrund für die meisten Störungen, Fehler und den Stillstand, der sogar große Staaten lähmt, wenn er sich nicht mehr fortentwickelt, sondern nur noch den Treibstoff für Dampfplauderer und Abzocker liefert. Dann ist der Sprit verbraucht, und nur noch Schwefelgas, verbandelte Amigos lassen die Motoren knatternd stocken oder verstummen.

Eine Kurzfassung der Gegenwart, die im Detail nicht stimmt, aber wie eine Verkehrsampel wirkt: Die Lichter springen auf Orange und Rot, aber die Leitzentrale bleibt unsichtbar. Auch das ist falsch, denn mit den Wirkungen findet man immer die Verursacher. Damit man nicht zu lange darüber nachdenken muss, kann sich Jeder über die bekannten Stichwörter „WireCard“ und „Open Lux“ selbst informieren, auch über den“Masken-Skandal“. Mittlerweile sind sie keine Fremdwörter mehr, sondern englische Begriffe wie „Computer“, die Jeder sofort versteht.

Trotz der vielen Weltsprachen auf allen Kontinten kann man sich immer besser verstehen, wenn man will. Allein das ist schon ein gewaltiger Fortschritt. Aber noch viel zu wenig. Man kann zum Beispiel auch zu viele Fremdwörter vermeiden, damit man besser verstanden wird.

Gestern, am Dienstag, einem normalen Arbeitstag, war der Englische Garten in München völlig überlaufen von Besuchern, die das strahlende Frühlingswetter hautnah erleben wollten. Niemand hat sie daran gehindert. Über Ostern wird es hoffentlich nicht anders sein. Alle Lebewesen können ohne ihre natürlichen Antriebskräfte sich nicht entwickeln. Das geschieht schon seit dem Urknall, vor 13,8 Milliarden Jahren. Die rotierenden Bremsklötze waren dabei nur wie toter Sand am Meer, der herumliegt und von der nächsten Flut weg gespült wird. Genauso wie alle wertlosen Informationen. Die Computerspeicher werden immer größer, sind aber mit zu viel Müll gefüllt. Das versperrt die freie Sicht auf die Zukunft. Sie liegt nicht einmal nachts, versteckt in der Finsternis, sondern lebt. Sie muss überschaubar bleiben, deshalb ist hier auch die Anzahl der Kapitel (Kategorien) auf vierzig Themen beschränkt. Innerhalb jedes Bereichs gibt es grenzenlose Planetensysteme. Niemand kann jedes Detail davon in Worten beschreiben. Sie verknüpfen sich aber von selbst und wachsen. Das Ergebnis, die Folgen lassen sich bewerten. Alle Veränderungen zeigen dabei nach oben oder nach unten. Bei Letzterem besteht Handlungsbedarf.

Dass die Bewegung der Planeten ferne Klänge erzeugt, hat schon Pythagoras (570 – 510 v. Chr.) geglaubt. Er leitete eine Mysterienschule, die Geheimnisse des Universums erforschte. In Klänge umgesetzt hat diese Idee Gustav Holst (1874 – 1934). Er hat die Namen der bekannten Planeten verwendet, sie aber neu gedeutet:

Mars, der Kriegsbote. Venus, die Friedensbotin. Merkur, der geflügelte Bote. Jupiter, der Bote der Heiterkeit. Saturn, der Bote des Alters. Uranus, der Magier. Neptun, der Mystiker.

Der erste Satz besteht fast nur aus Lärm. So wie „Der Kriegsgott“. Schrille Klänge. Gehämmer. Aber dann wird es gefühlvoll. Venus. Danach Merkur, der Bote zwischen Göttern und Menschen. Jupiter als Zeichen der Heiterkeit und Entspannung. Die Melancholie des Alters: Saturn. Und dann der älteste Zauber der Welt: Die Magie. Der Sternenhimmel und seine Zeichen: Uranus. Und zum Schluss der Mystiker: Neptun, der Gott der Ozeane, in denen alles Leben entstand. Die Verbindung mit den Zeichen Gottes, die der Mensch erkennen kann.

Hier kann man das vollständig hören 53 Minuten) :

https://www.youtube.com/watch?v=UmOTMkoCCkM

.