Salzburg 1992

2.1.2021. Salzburg 1992. Das ist jetzt schon fast 29 Jahre her. Nur noch Details sind im Gedächtnis geblieben. Aber ein Reisebericht mit Fotos und ein eigener Film haben mehr festgehalten. Und die Details wecken neue Assoziationen. Gedankenbrücken, die wieder verknüpft sind mit anderen Details. Zum Jahreswechsel war genau der richtige Zeitpunkt dafür. Damals habe ich den Film auch noch mit Musik ergänzt, die inhaltlich passte und den Eindruck vertiefte. Die erste Station war Wasserburg am Inn, dann eine Übernachtung in Passau. Gleich hinter der österreichischen Grenze liegt der kleine, malerische Ort Braunau. Weltbekannt als Geburtsort Adolf Hitlers. Gleich hinter dem Marktplatz steht sein Geburtshaus. Der Staat wollte es als Gedenkstätte nutzen, doch es war Privatbesitz. Also einigte man sich viele Jahre lang überhaupt nicht. Das Haus verfiel, war leer, und von den Mauern bröckelte der Putz. 1933 hatte der Reichspräsident Hindenburg in Berlin, nach der gewonnenen Wahl, Hitler zum Kanzler ernannt. Was dann folgte, ist bekannt. Es gab nur einen kleinen Schönheitsfehler. Hitler war Österreicher.

Aber das Problem ließ sich lösen. Seine Heimat wurde die Ostmark des Großdeutschen Reich, war also kein eigener Staat mehr. 1938 zog Hitler von München in einem Triumphzug nach Wien und verkündete vom Balkon der Wiener Hofburg die staatliche Vereinigung. Außerdem schloss er in Berlin mit Mussolini den „Stahlpakt“. Italien verpflichtete sich zur militärischen Unterstützung im kurz bevorstehenden Weltkrieg. Dafür bekam es ganz Südtirol, ausdrücklich für alle Ewigkeit. Aber drei Jahre später erklärte Italien Deutschland trotzdem den Krieg, behielt aber einfch das gewinnbringende wohlhabende Südtirol. Hitlers Wiener Ostmark wurde beim Kriegsende 1945 wieder ein eigener Staat. Alle derartigen Verträge wurden annulliert, aber Südtirol gehört bis heute dem italienischen Staat, es ist die reichste Region des Landes. Das kann man auch nicht mehr rückgängig machen, ohne heftige Spannungen. Also bleibt es, wie es ist. Und das ist gut so. Jetzt. Aber trotzdem – unlogisch. Ein Justiz-Irrtum. Aber mittlerweile restlos verjährt. Nach über 75 Jahren braucht Niemand deshalb neuen, sinnlosen Streit.

Von Braunau ging es damals weiter, 1992 direkt nach Salzburg. Die Stadt lag im hellen Sonnenlicht und prunkte mit Sehenswürdigkeiten. Passend zum barocken Stadtbild und dem Salzburger Meister, Mozart, habe ich dazu seine beschwingte Ouvertüre „Figaros Hochzeit“, als Begleitmusik im Film ausgesucht. Die Stadt ist immer noch ein optischer Traum und übervoll mit historischen Zeichen. Aber nur der Film zeigt viele Details, die man längst vergessen hatte.

Auf der Rückfahrt war die letzte längere Pause in Berchtesgaden, mit dem Königssee und dem Hochgebirge der Alpen. Und mit einer Autofahrt, hoch zum Obersalzberg, Hitlers Sommer-Residenz. Die Fahrt endete auf einem großen Parkplatz. Dann fuhren nur noch öffentliche Busse weiter. Die früheren Gebäude hatte die britische Luftwaffe bei Kriegsende 1945 mit Bomben total zerstört. Übrig blieb nur Hitlers Teehaus, wo er gern seine freien Nachmittage verbrachte. Was vorher in den zerstörten Gebäuden ablief, hat seine Lebensgefährtin Eva Braun mit einer Farbfilm-Kamera dokumentiert, ein privates Geschenk von ihrem Chef. Natürlich sieht man nichts Geheimes, aber, wer oft auf der großen Sonnen-Terrasse seinen Kaffee trank. Die besten politischen Freunde aus Berlin und die prominenten Gäste aus dem Ausland. Zum Beispiel Propagandaminister Goebbels und der italienische Außenminister Ciano. Interessante Verbindungen. Die Ausstrahlung des totalen Kriegs sieht man aber in Hitlers Gesicht, das zunehmend immer sorgenvoller wurde. Eva Braun folgte ihm, zum Ende in den Bunker unter der Berliner Reichskanzlei. Dort begingen beide, gemeinsam Selbstmord.

In den sommerlichen Filmbildern von 1992 sieht am nur strahlende, heitere Landschaften. Das andere ist längst vorbei. Aber die Dokumente sind noch da und werden immer gründlicher erforscht. 1992 war ich gerade fünf Jahre in München. Ständig prasselten neue Eindrücke auf die Wahrnehmung. Privat war es damals ein Lebenshöhepunkt, mit vielen Begegnungen, die zum Glück, sehr oft längst weg sind, weil die Großstadt auch bösartiges, dubioses Gesindel anlockt. Privat konnte man sich das aussuchen, wenn nicht ein paar unverschämte Belästiger sich aufdringlich einmischten. Beruflich musste man mit ihnen einfach leben. Das ergab Spannungen, denen man auch ausweichen konnte, die aber manchmal unvermeidlich waren. Mit gleichrangigen Kollegen und Kunden gab es nie ernsthafte Probleme, aber dumme Vorgesetzte sind wie schwere Bremsklötze, die nur ihre besten Freunde loben, befördern und mit Geld belohnen. Dafür bekam man über das auffällige Treiben einen genaueren Durchblick und konnte die Methoden und ihre Wiederholungen systematisch erkennen, Fünf Jahre vor dem üblichen Beginn der Rente konnte damals Jeder gehen, in eine vorzeitige, angenehme „Alters-Teilzeit“, Und das habe ich sofort angenommen.

Meine Erfahrungen in allen Bereichen findet man auf dieser Webseite. Sie kochen aber keine alten, kalten Suppen wieder auf. Ein Vorbild dabei ist der chinesische General Sun Tsu den ich gern zitiere. Niemand interessiert sich dafür, wen diese geniale Kopf in seinem Leben tatsächlich traf, das meiste ist auch gar nicht überliefert. Aber seine universalen Erfahrungen hat er in einer strategischen, einfachen Form konzentriert, die beim Militär auf der ganzen Welt immer noch als Leitlinie verwendet wird. Von seinem Buch habe ich mehrere deutsche Übersetzungen, um alle Feinheiten des Originals besser zu verstehen. Es hilft zwar bei allen Krisen, ist aber kein Wundermittel für den Erfolg, sondern eine Möglichkeit, die Ursache von Spannungen zu erkennen und zu bekämpfen. Genau diese Absicht ist auch die Leitlinie dieser Webseite. Dabei hilft die jetzige, völlig unerwünschte Stille auf der ganzen Welt, die große Krise. Sie hilft beim Nachdenken, in allen Bereichen. Die Ergebnisse findet man hier, in über siebenhundert Artikeln. Darauf bilde ich mir überhaupt nichts ein. Aber manche Hinweise kommen tatsächlich an. Die heimliche Ausnutzung, um selbst damit Geld einzustecken, der Verstoß gegen das internationale Copyright, ist immer nachweisbar. In zwei klaren Fällen habe ich gar nichts dagegen unternommen. Die Strafe kommt einfach von selbst, weil die universale Weltordnung bei jedem Diebstahl aktiv wird und dafür auch überhaupt keine Juristen braucht. Prognosen dazu sind deshalb leicht möglich, weil schlechte Charaktere sich wiederholen und ihre sonstigen Auffälligkeiten auch.

Gestern fand das Wiener Neujahrskonzert, zum ersten Mal ganz ohne ein im Saal anwesendes Publikum statt, aber wie immer, mit Millionen Fernsehzuschauern auf der ganzen Welt. Die Wiener Philharmoniker und Meister-Dirigent Riccardo Muti aus Neapel hatten das durchgesetzt. Sie setzten damit ein starkes Zeichen der Hoffnung, für das Neue Jahr.

Dieses neue Jahr schafft, zwangsläufig eine neue Welt, weil schwere Fehler der Vergangenheit einfach verschwinden. Nach der großen Stille, seit Ende März, als auch alle Gaststätten und Gemeinschafts-Treffpunkte plötzlich geschlossen waren, habe ich am Anfang sogar noch grinsende, lachende Gesichter gesehen. Ein derartiges, niederträchtiges Lachen wird es in Zukunft nicht mehr geben, es klang wie schwarze Glocken aus der Hölle. Aber den Humor braucht deshalb Niemand zu verlieren. Er begleitet gute Leistungen und Gedanken. Das reicht und weckt ganz neue Energie, nicht erst seit gestern.

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