Silvester damals und heute

3.2.2022. Es war an einem Silvesterabend, und es gab keinen Plan. Also musste man nur in die Altstadt von München fahren. Überall Stimmung, die meisten Plätze waren besetzt, aber Lücken gab es überall. In den bayerischen Traditionswirtschaften drängte sich internationales Publikum, und dann setzte sich eine ältere Dame zu mir, die einen deutlichen, osteuropäischen Dialekt sprach. Sie trug teuren, aber zurückhaltenden Schmuck, und ihre Schulbildung blitzte sofort durch. Unvergesslich blieb nur ein einzelner Satz. Die deutsche Bibel-Übersetzung von Martin Luther beginnt mit den Worten: „Am Anfang war das Wort.“ Sie korrigierte das, „Im griechischen Original  heißt es: „Am Anfang war die Logik.“ Und das ist viel besser, denn es bedeutet Nachprüfbarkeit, Klarheit und vernünftiges Handeln. Nur so konnte sich die Welt fortentwickeln. Es gab immer wieder Zwischenfälle, Kriege und Katastrophen, aber bei allen, hier immer wieder genannten Störungen gab es nur ein Lösungswort: Logik.

Es funktioniert nicht nur in der Elektronik. Wenn ausgetüftelte Programme schwere Fehler erzeugen, sind sie gefälscht oder falsch entwickelt worden. So ist das auch bei Haushaltsplänen des Staates. Da ist genau aufgeschküsselt, wo die Steuergelder bleiben sollen, aber wenn die Projekte nichts wert sind, verbrennt auch das Geld. Schaut man in die Vergangenheit, findet man Streitereien, schon seit der Steinzeit. Wenn dann keine Vernunft sich meldet, dauern sie endlos.

Auch Projekte mit viel Phantasie lassen sich nicht kostenlos aufbauen, aber logisch. Wenn sie scheitern, hat man auch schon die Ursache gefunden. Dazu gehören Wissenslücken, die jede geplante Konstruktion beschädigen, sogar, wenn das voraussehbar ist, aber sich Niemand darum kümmert, alle Informationen zu überprüfen. Charakterstörungen sind angeboren, sie lassen sich nur vertuschen. Und  jeder Schwindel gehört dazu, die Verbreitung von Lügen und Gerüchten, die bei genauerem Hinschauen Niemand ernst nehmen kann, obwohl  sie, offensichtlich, Schaden anrichten.

Man könnte die Gegenwart, einfach jetzt schon,  zum Jahr der Logik ernennen und Siegerprämien verteilen, aber das ändert nichts an der Wirklichkeit. Das Jahrhundertgenie Einstein (1879 – 1955) meinte dazu nur trocken: „Zwei Dinge gelten als unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Bei letzterem bin ich mir ganz sicher.“

Wenn man in Einsteins abwechslungsreiche Lebensgeschichte schaut, findet man viele Beispiele dafür. Auch bei anderen überragenden Persönlichkeiten. Nur als spontane Beispiele: William Shakespeare (1564 – 1629) und Sigmund Freud (1856 – 1939). Sie werden hier öfter genannt, aber immer nur als Beispiele für ganz andere Zusammenhänge und Querverbindungen.

Das Bundesverfassungsgericht, das manchmal sehr langsam sein kann, auch bei offensichtlichen Verletzungen unseres Grundgesetzes, hat endlich deutliche Worte zu den Sozialen Netzwerken gesprochen. Dort durfte bisher Jeder seine Wut loswerden, mit Beleidigungen und anderen Straftaten. Das war auch vor zwanzig Jahren ganz normal, als ich zum ersten Mal am Internet teilnahm. Jetzt hat die juristische Keule zugeschlagen und Klarheit geschaffen. Die Gerichte werden viel Arbeit bekommen, die Rechtanswälte auch. Wer sich mit anderen Opfern verbündet, kann sich die Kosten bei Sammelklagen teilen und später die Entschädigungen auch.

Weil die Gesetze schon sehr lange existieren und unsere Verfassung, das Grundgesetzt, seit 1949, kommt auch noch das Stichwort Verjährung dazu. Es bedeutet, dass nach einer längeren Frist die Justiz nicht mehr tätig wird, aber jeder Einzelfall ist anders. Wiederholungstäter werden insgesamt noch härter beurteilt, und daraus ergibt sich ein Urteil. Logisch, aber nicht überall bekannt. Auch das wird sich ändern und für Abschreckungseffekte bei Trittbrettfahrern sorgen, die auf einen Zug aufspringen, der gerade auf eine harte Wand zurast. Unvermeidlich sind auch Mitwirkende und Mitwisser, die nur aus dem Fenster schauen.

Zum Thema „Elektronik“ gibt es hier schon 933 eigene Artikel, aber betroffen von Rechtsverletzungen sind alle Gebiete, die hier in 45 Kapiteln zu finden sind. Ich schaue dabei nur zu und gebe das Wissen gern weiter, weil es Jeden betrifft, aber erstaunlich ist es, wie wenig ernst die Risiken und finanziellen Schäden genommen werden, die dabei im Spiel sind. Bei Zufallsgesprächen in der Vergangenheit war das oft erkennbar, und die Situation wird sich verbessern, weil die noch nicht entdeckten Fällle nicht mehr versteckt werden können.

Alte Bekannte sind keine alten Freunde. Auch das ist keine Neuigkeit. In der Filmstadt München kenne ich nur eine begrenzte Anzahl von Regisseuren und Schauspielern. Aber das hat gereicht, um auch mit kleinen Scheinwerfern tiefe Einblicke zu bekommen. Die Sorgen der Führungskräfte sind berechtigt, manche sind selbstgemacht, und das Kapitel „Kinofilme“, mit 85 Beiträgen, beweist, das ich mich gründlich damit beschäftigte habe, auch mit den Veränderungen. Die Digitaltechnik lässt sich nicht mehr steigern, aber der Inhalt der Projekte. Solche Gespräche kann man erweitern, auch dafür hat das Internet viele Möglichkeiten. Aber am  wichtigsten waren immer die persönlichen Erfahrungen, die sich unterschiedlich beurteilen lassen. Vor dreißig Jahren sahen die ganz anders aus, jetzt kann man nur noch abwarten und sich wünschen, dass ein paar Signale auch angekommen sind.

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