Sommerbilder aus Neapel 1983

24.12.2020. Dieses Ölbild habe ich1983 gemalt, in Münster, nach einem Italien-Urlaub. Das war der erste und letzte Besuch mit dem Zug. München. Verona. Florenz. Rom. Neapel. Die Gebäude auf dem Bild sind frei zusammengestellt, aus mehreren Orten. Wichtig war der Gesamteindruck und vor Allem die südlichen Farben. die es in Deutschland so nicht gibt.

Neapel war Neuland. Der südlichste Punkt unserer Reise. Das Tor zum heißen Süden, dem Mezzogiorno (Mittagsland). Bei der Busfahrt zum Hotel fragten wir nach der dortigen Haltestelle. Sofort wachte der halbe Bus auf. Jeder wollte freundlich Auskunft geben, aber das war zu viel. Wir sind einfach raus aus dem Bus. An einem großen Aquariums-Bau, mit Meerestieren. Sehenswert. Dann kam ein Taxi. Der Fahrer umkreiste zwei Mal die ganze Umgebung, also war es auch doppelt so teuer. Am Ziel war der kleine Hafen für die Schiffe nach Capri. Hinter dem Hotel begann die Mergellina, das Armenviertel. Dort wurde vorher, jeder Besucher davor gewarnt, auffälligen Schmuck tragen.

Die Haupt-Einkaufstraße, Via Roma. hatte jede Menge kleiner Straßenläden, mit Luxus-Markenzeichen wie Armani-Schmuckbändern, die aber nur einen Spottpreis kosteten, also gefälscht waren. Straßenkinder bettelten, zum Teil mit verbrühten Armen, um Mitleid zu erregen. Das berühmte Opernhaus San Carlo war geschlossen, weil die Saison im Musikland Italien nur kurz ist, aus Geldmangel. Eine Pizzeria in der Nähe öffnete gerade und servierte stehen gelassene, kalte Spaghetti. Der kleine Plattenladen hatte nur wenige Sehnsuchts-Lieder aus Neapel, die in der ganzen Welt berühmt sind. Abends, in der Dunkelheit, stand, nicht weit vom Hotel, ein leeres Auto, mit zerschossener Windschutzscheibe. Auf einer unbeleuchteten, lichtlosen Vespa fuhr ein etwa achtjähriger Junge vorbei. Auf dem Gepäcksitz stand hinter ihm dabei, hoch aufgerichtet, sein gleichaltriger Freund und stützte sich bequem auf seine Schultern. In einer dunklen Seitenstraße, direkt neben dem Hotel, brach gerade ein junger Mann ein abgestelltes Auto auf. Morgens um sieben Uhr wackelten die Hotelwände. Putzfrauen liefen schreiend durch die Flure. Aber es passierte nichts. Im nahen Pozzuoli war das Epizentrum des Erdbebens. Danach sind wir sofort abgereist.

Die großen Problem in Süditalien sind immer noch nicht gelöst. Die Gründe dafür habe ich hier am 9.12.2020 beschrieben:

„Die Frauen und Kinder warteten auf den regelmäßigen Lohn aus Deutschland. München bekam sogar den Namen „Monaco“ als wäre es ein italienischer Zwergstaat. Der schweigsame Giulio Andreotti und seine Freunde machten dagegen gar Nichts. Er sagte, „Reale Macht stört nur diejenigen, die sie nicht haben.“ Sein Staat war natürlich sehr dankbar für die zuverlässigen, finanziellen Überweisungen der Gastarbeiter. Und dafür, dass sie weit weg waren und mit ihrem mühsam erarbeiteten Geld sogar das römische Staatsvermögen steigerten, auch für die gehobenen Auserwählten und Millionäre. Und deshalb blieb es wirtschaftlich in Italien so, wie es auch heute noch ist.“ Hier ist der vollständige Text:

https://luft.mind-panorama.de/stade-winterzeit/

Passend zu Weihnachten, folgende Internet-Mitteilung: „Das Bayerische Nationalmuseum in München besitzt die künstlerisch wertvollste und umfangreichste Krippensammlung der Welt. Gezeigt werden mehr als 60 figurenreiche Weihnachtsszenen, die im Alpenraum und in Italien zwischen 1700 und dem frühen 20. Jahrhundert entstanden sind.“

Carlo Bergonzi singt, im neapolitanischen Dialekt, „Torna Surriento“. Die Rückkehr nach Sorrent:

.https://www.youtube.com/watch?v=3pIKqlzPEiY

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