Getarnte Sonnenbrillen

8.9.2021. Wenn man in der Münchner Altstadt die Tür eines unbekannten Lokals öffnet, kann es sein, dass dahinter die gleichen Leute sitzen, die man schon lange nicht mehr sehen wollte. Findet man eine Nische oder einen Nebenraum, kann man trotzdem bleiben. Manchmal gibt es dann Überraschungen. Vor vier Jahren kam ich ins Gespräch mit dem Besitzer eines exlusiven Modegeschäfts an der Schwabinger Leopoldstraße. Ahnung von seinem Beruf habe ich nicht, trotzdem kam es, auf der menschlichen Ebene, zu einem langen Gespräch. Dabei half, dass ich in Münster jahrelang gut befreundet war, mit dem Filialleiter eines Modeladens für junge Leute. 1980 waren wir auch in Rom unterwegs. Direkt  vor den Besuchermassen an der Spanischen Treppe gibt es die Via Condotti, auch mit sehr teuren Modeläden. Deren Schaufenster habe ich fotografiert, und drei Wochen später hingen die Bilder in Münster und lockten neue Kundschaft in den Laden. Auch ich trug zu der Zeit schicke Klamotten, weil die Beratung gut war. Aber interessiert hat mich das ganze Thema nur am Rande. Am Wiener Platz in München sieht man täglich junge Leute, die eine so teure Garderobe tragen, dass dann die unbekannte Quelle ihres Gelds auch sehr spannend wird, vor Allem, wenn sie exotische Cocktails trinken, aber nur Belanglosigkeiten dazu erzählen.

Sonnenbrillen in gut beleuchteten Räumen ergeben eigentlich auch keinen Sinn, es sei denn, sie sind von der Marke „Ray Ban“, die besonders elegant ist. Trotzdem sollte man mit Sonnenbrillen vorsichtig sein, weil preiswertere Modelle nicht genug vor dem gefährlichen, ultravioletten Sonnenlicht schützen und es  dann zu körperlichen Schäden kommen kann. Wenn man die Augen hinter schwarzen Gläsern versteckt, werden sie für die Leute am Nachbartisch unsichtbar, aber man sieht man mit einer solchen Tarnung auch noch schlechter. Aufregend ist es, dass die schicken Besitzer sich selbst  sehr interessant finden und auch gern darüber reden. Dann bekommt man tiefe Einblicke in ihr Innenleben, will das aber wirklich  nicht immer. Dann muss man auch noch herausfinden, wie man die schlimmsten Langeweiler schnell wieder los wird oder einfach selbst gehen.

So einfach ist das auch  nicht immer. Rein zufällig, drängten in meine Stammlokale seit ein paar Jahren immer mehr kichernde Gäste. die sich schrecklich aufführten. Die guten Besucher wurden damit vertrieben, aber die Herzen mit echtem Herzblut  wurden auch nicht unsichtbar.  Am Marienplatz sah ich vor Jahren immer wieder einen gepflegten Herrn mit Anzug und Krawatte, der konzentriert die herumliegenden Zeitungen las, vor Allem die, die keine Modefotos enthielten. Einmal blätterte er in einem neuen Buch. Seine  Einkaufstüte war von der nahen Buchhandlung Hugendubel, und weil er ein paar Mal ganz kurz herüberschaute, habe ich ihn auf das Buch angesprochen. Das Thema war politischer Extremismus in den islamischen Ländern. Weil ich bald weiter gehen musste, vereinbarten wir einen zeitnahen Gesprächstermin. Der kam deshalb nicht zustande, weil er offensichtlich einen ganz anderen Lebensrhytmus hatte und nicht mehr auftauchte. So ist das Leben. Reisende soll man niemals aufhalten, auf derartige Belästigungen reagiere auch ich unfreundlich. Es scheint sogar ein beliebtes Hobby zu sein, ein beliebte Freizeitspass, aber eigentlich ist nichts daran zum Lachen, sondern ein Fall für die Sicherheitskräfte.

Mit der Bedrohung durch radikale Extremisten hat der Staat Israel eine lange Erfahrung. Vor sechzig Jahren stand dort Adolf Eichmann vor Gericht, der den Holocaus geleitet und organisiert hatte, die Ermordung der europäischen Juden. Eichmann war durch zahlreiche Beweise längst lückenlos überführt, aber zum Sprechen brachte man ihn nicht durch Gewalt. Der Kriminalbeamte Avner Less verwendete stattdessen eine wirkungsvolle Methode und beachtete dabei das Recht jedes Verdächtigen, ohne Gewalt und Übergriffe behandelt zu werden, bis zu einem rechtskräftigen Urteil. So verlangt es auch unser Grundgesetz und die Verfassung der Vereinigten Staaten (USA).

Die Einzelheiten wurden hier am 2.8.21 ausführlich erklärt. „Lichtgott Avner“ :

https://luft.mind-panorama.de/lichtgott-avner/

Der politische Extremismus bringt auch die Tagesnachrichten zu entsetzten Berichten, und Gesprächsrunden reden stundenlang darüber, meistens das Gleiche, weil oft die gleichen Dauergäste auftauchen. Die tieferen Ursachen kommen dann nur oberflächlich zu Sprache, und in tiefer Betroffenheit wechselt die Runde, weiter  zum nächsten Thema. Dann ändert sich natürlich an den Problemen gar nichts, obwohl die Heilmethoden offensichtlich sind.  Zur Zeit kann das Jeder in Afghanistan miterleben. Die neue Regierung war gefürchtet, und ich habe zu vergleichbaren, historischen Gründen schon am 10.8.21 einen Beitrag geschrieben. „Neues aus China“:

https://luft.mind-panorama.de/neues-aus-china/ 

Mittlerweile reden alle Beteiligten friedlich miteinander, und das ist der wichtigste Schlag gegen den Extremismus. Außerdem wird tatsächlich, energisch gehandelt. Flüchtlinge konnten das Land verlassen. Wer trotzdem Angst hat, redet darüber auch im deutschen Fernsehen, und er bekommt konzentrierte Antworten von solchen Moderatoren, die wirklich noch Verstand im Kopf haben, zum Beispiel Marietta Slomka, Jahrgang 1969 und Claus Kleber, Jahrgang 1955. Beide lassen sich von schwatzenden Spitzenpolitikern überhaupt nichts vormachen. Und deren Berliner  Bundestags-Kollegen sind mittlerweile auch aufgewacht. Eine große Welle rollt, die sich nicht nur auf finanzielle Spenden beschränkt, sondern praktische Ideen verbreitet.

Sich mit derartig wertvollen, gedanklichen Schwergewichten zu vergleichen, wäre eine alberne Dummheit. Aber von solchen Methoden lebt auch diese Webseite. Kommentiert wird keine Tagespolitik, sondern Beispiele daraus haben nur den einzigen  Sinn, Ursachen und Fehler sichtbar zu machen, die schon ganz andere Riesen-Probleme längst hätten lösen können. Auf persönliche Streitereien wird hier verzichtet, weil die Zeit dafür viel zu schade ist. Nietzsche sprach von „Taranteln“ (Giftspinnen), die für ihre eigenen Mängel sich an der ganzen Welt rächen wollen. Das hat hier überhaupt nichts zu suchen.

.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.