Spielbergs Begegnung der Dritten Art

31.10.2921. Steven Spielbergs grenzenlose Phantasie hat längst Filmgeschichte geschrieben. Ihm fielen Filmtricks ein, die auf dem neuesten Stand der Digitaltechnik waren, aber sich nicht darauf beschränkten. Selbst das extreme Thema Auschwitz hat er mit „Schindlers Liste“ einem Millionenpublikum ganz nahe gebracht. In der Erinnerung ragt besonders heraus die „Unheimliche Begegnung der Dritten Art“ von 1977. Der frei erfundene Film wirkt in seinen Details sehr realistisch und hat allein dabei viel Geld gekostet, das gut investiert war. Am 23.3.21 habe ich dazu einen Artikel geschrieben. „Weltraumabenteuer“ :

https://luft.mind-panorama.de/weltraumabenteuer/

Zitat: „In einer einsamen mexikanischen Wüste bemerkt der Elektriker Roy Neary seltsame Vorfälle. Niemand begreift sie. Am Ende landet ein Raumschiff neben dem Berg Devils Tower (Teufelsturm) in Wyoming. Außerirdische landen. Sie sind freundlich und wollen die Menschen kennenlernen. Vorher haben sie ihre Ziele genau beobachtet, aber mit ihrer unbekannten Handschrift und Methoden auch Aufsehen erregt. Damit lösen sich alle Rätsel und werden Teil eines logischen Gedankengebäudes. Der Held Roy Neary schließt sich der Gruppe an und verlässt mit ihrem Raumschiff die Erde.

Dieser Film hat spielt auf mehreren Bewusstseinsebenen, enthält alte religiöse Motive und fordert zu eigenen Gedanken heraus. Die überwältigenden, technischen Tricks sind dabei nur die Oberfläche. Ein Vergnügen für Kinder. Aber in der Tiefe öffnen sich neue Welten, wie unbekannte Planeten. Es ist wieder die Bildersprache der Symbolik. Zeichen und Stichwörter reichen aus, um starke Wirkungen auszulösen. So begann die Entwicklung aller Lebewesen. Mit Informationen ohne lange Texte, also mit Signalen. Handzeichen, Körperbewegungen. Trommeln. Instrumenten aus Holz. Dem Respekt vor den Naturgewalten wie Sturm und Frühling, die noch Keiner verstehen konnte. Im südenglischen Stonehenge enstand vor viertausend Jahren ein großer Kreis aus hohen Einzelsteinen (Megalithen). Auslöser war die Beobachtung des nächtlichen Sternenhimmels und seiner Lichtsignale aus dem Weltraum.“

Steven Spielberg ist Jahrgang 1946. Die Wikipedia nennt ihn den kommerziell erfolgreichsten Regisseur aller Zeiten. Wenn es nur das wäre, hätte man ihn längst vergessen. Große Kunst und viel Geld vertragen sich meistens überhaupt nicht. Der erste Begriff vereinigt sich oft mit nachprüfbarer finanzieller Armut. Der zweite will eine dauer-klingelnde Kasse sehen. Die Mischung ist oft unerträglich, und die zahlenden Zuschauer haben längst grenzenlose Ausweichmöglichkeiten.

Auch bei den Themen Spielbergs, für die man kein großes Interesse hat, staunt man über die Tiefgründigkeit und die Blicke von einem ganz hohen Gedankengebäude auf die Welt. Die Grenzen des Planeten Erde hat er nicht nur einmal überwunden, aber die „Unheimliche Begegnung“ fällt immer noch aus dem Rahmen dessen, was die große Konkurrenz anzubieten hat. Die digitalen Tricks waren damals vergleichsweise preiswert zu gestalten. Roland Emmerich, Jahrgang 1955, ist dabei schon weiter. Er zeigte stolz ein tragbares Laptop, auf dem er das ganze Stadt-Panorama von London, in der Renaissancezeit vor 400 Jahren,  auf der großen Leinwand im Detail ausbreitet. Sein Shakespeare-Film von 2011 beschränkt den Haupt-Schauplatz  auf das Londoner „Globe“ (Welt)-Theater, wo die meisten Bühnendramen weltberühmt wurden. Die Handlung des Films  ist voller Phantasie, die mit der Realität nichts zu tun hat. In diesem Ausnahmefall funktioniert das Erfolgsrezept deshalb nicht, weil die tatsächliche Lebensgeschichte Shakespeares viel spannender ist. Falls Emmerich einmal wieder die Münchner Filmhochschule besucht, können wir gern über die Verflmungsrechte, das Copyright, für meine Webseite sprechen, weil sie  alle wichtigen Fakten genau recherchiert hat. Seit dem 23.11.20 gibt es dafür eine eigene Webseite: „Zeichen und Bilder“ :

https://www.mind-panorama.de/

Der Freude am Thema wird dabei nichts weg genommen. Mit Technik hat es allerdings nicht viel zu tun. Ich rede immer gern mit Menschen, die ganz eigene Interessen haben. Manchmal wird sogar etwas Gutes daraus. Aber nicht immer. Vielleicht fehlt jetzt noch ein Drehbuch über Außerirdische aus mehreren Planetensystemen, die sich gegenseitig bekämpfen und dabei die Weltherrschaft an sich reißen wollen. Oder ganz andere Abenteuer, je nach Wunsch des Regisseurs.

Wichtig ist es, dass die Leute in der Realität ihre Phantasie unter Kontrolle behalten. Der Shakespeare-Stoff beweist auch, dass der bedeutendste Dramatiker sein eigenes Leben immer voll im Griff hatte. In seinem letzten Werk, „Der Sturm“, gibt der London-Flüchtling allerdings zu, „Ich war zu ungeduldig.“ Das Schluss-Wort, der Epilog, richtet sich direkt an seine Unterstützerin, Königin Elisabeth I. Der Text ist aber so verschlüsselt, dass Niemand darin identifiziert werden kann. Nur wer die Bilder-Sprache der Symbolik übersetzen kann, kann auch deren Geheimnisse auflösen. Hier bleibt es heute bei dem leicht gekürzten Original, ohne Zusätze. Shakespeares Abschied von der Welt, in Padua bei Venedig, nur leicht angepasst an den heutigen Sprachgebrauch:

Hin sind meine Zaubereien, Was von Kraft mir bleibt, ist mein. Und das ist wenig: Nun ist es wahr. Ich muss hier bleiben, für immer, Wenn ihr mich nicht nach Neapel schickt. Und vom öden Fluch dieser Insel mich erlöst, durch eure hilfsbereiten Hände. Zum Zaubern fehlt mir jetzt die Kunst. Verzweiflung ist mein Lebensende, Wenn nicht ein Gebet mir Hilfe bringt, das so zum Himmel dringt, dass es Gewalt der Gnade tut. Und das macht damit jeden Fehltritt gut. Wo ihr begnadigt wünscht zu sein, lasst eure Nachsicht mich befreien.“

.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.