Stabile Brücken – Unteruhldingen

27.10.2020. Am Bodensee, nördlich von Meersburg, liegt das Pfahlbaumuseum Unteruhldingen, mit Gebäuden aus der Steinzeit, vor 2,6 Millionen Jahren, der frühesten Epoche der Menschheitsgeschichte, als das Material Stein zum ersten Mal als Werkzeug benutzt wurde. Das Wikipedia-Lexikon weiß Einiges darüber:

https://de.wikipedia.org/wiki/Pfahlbaumuseum_Unteruhldingen

Was soll man damit abfangen? Es sind Erinnerungsspuren an den Beginn der Welt. Heute werden sie immer wertvoller. Denn das Gedächtnis funktioniert durch stabile Brücken. Die Assoziationen. Jedes optische oder akustische Signal löst Reflexe aus. Das sind vollautomatische Brücken zu den Lebenserfahrungen jeder einzelnen Person oder der gesamten Menschheit. C. Jung (1875 – 961) nannte das Archetypen. Gemeinsame Urbilder. Nach seiner Auffassung wirken sie als Unruhestifter weiter. Jung war Psychoanalytiker und Freud-Schüler. Seine Erkenntnisse sind manchmal spekulativ und nicht präzise. Aber sie helfen beim Thema weiter.

Die Archetypen sind ein Hauptthema der Musik und der Malerei. Sie durchdrangen die genialen Inszenierungen von Wieland Wagner, in den Festspieljahren von 1951 bis 1966. Unersetzliche Zeichen, die aber als Fotos immer noch existieren. Dafür kaum Filmaufnahmen. Vor seinem frühen Tod plante Wieland eine Tannhäuser-Verfilmung. Aber als er tot war, starb auch das Projekt. Sein Bruder Wolfgang hatte eine ganz andere Handschrift und herrschte bis 2010. Dann war auch seine Epoche zu Ende. In diesem Jahr wurden wegen der Welt-Epidemie Corona viele Theateraufführungen ersatzlos abgesagt, auch andere Gemeinschaftsveranstaltungen, im Sport und der Kultur. Wie man trotzdem etwas daraus machen kann, habe ich in vielen Artikeln beschrieben. Man findet sie, teilweise unter diesem Text.

Die Erinnerungsbrücken, die Assoziationen, sind lebensnotwendig, denn sonst gäbe es keinen Fortschritt, keine Zukunft. Albert Einstein: „Wir stehen auf den Schultern von Riesen, die vor uns waren.“ Aber er sagte auch: „Zwei Dinge gelten als grenzenlos: Der Kosmos und die menschliche Dummheit. Bei Letzterem bin ich mir ganz sicher.“

Wenn Jemand ständig zu aufgeregt ist, verwirren sich die Assoziationen und explodieren. Eine ständige Tarnung und Geheimhaltung ist dabei nicht möglich. Denn allein die Gesichtsmuskulatur täuscht nicht. Übertriebene Gefühle sind Schauspielerei. Schmierentheater. Man sieht das an den Augenmuskeln und dem Mund, außerdem an den Stirnfalten. Wenn echte Ursachen das auslösen, sind sie auch gleichzeitig erkennbar. Normal. Aber weinende, schreiende Menschen können auch ausgekochte, raffinierte Betrüger sein. Sogar Gerichte fallen auf solche Methoden herein.

Im Internet kann Jeder ganz genau den Fall Jörg Kachelmann nachlesen. Er wurde hochdramatisch, monatelang öffentlich bedrängt, auch in der Sensationspresse, die sein Privatleben, verbotenerweise thematisierte. Am Ende wurde er freigesprochen, nutzte aber die berechtigte Möglichkeit von Schadensersatzforderungen und Entschädigungen gar nicht aus. Sonst wäre er längst Millionär. Seinen Feinden bliebe dann nur noch die Sozialhilfe und die Verachtung der genaueren Beobachter. Also auch hier liegt eine Welt in Trümmern, die verkehrt herum, auf dem Kopf steht.

Die Dunkelziffer ist in solchen Fällen sehr hoch. In über vierzig Berufsjahren habe ich das oft erlebt. Vor dreißig Jahren benutzte ein Abteilungsleiter folgenden Trick. Bei wertvollen öffentlichen Ausschreibungen besuchte er die Bearbeiter persönlich, in ihren Büros. Dabei empfahl er gern eine bestimmte Firma, gab aber keine direkten Anweisungen. Der anonym aufgeflogene Skandal brachte einige Leute vor Gericht. Der Abteilungsleiter tauchte dabei nur als Zeuge auf. Ihm gelang es sogar, den wachsamen Firmenchef abzuservieren, indem er ihn bei der Konzernzentrale erfolgreich anschwärzte, wegen „ständiger Störung des Betriebsklimas“. Der völlig unschuldige Firmenchef wurde versetzt und gewann seinen eigenen Arbeitsprozess auch nicht, weil er keine handfesten Beweise hatte.

Heute funktioniert das nicht mehr, denn elektronische Daten-Spuren können nicht spurlos ausgelöscht werden. Es fehlen nur noch maßgeschneiderte Programme. Falls Experten hier mitlesen, können sie das in die Alltagsrealität umsetzen. Die Folgen werden heftig sein. Auslieferungsabkommen zwischen den wichtigsten Staaten sorgen dafür, dass der gesuchte Flüchtling vom Staatspräsidenten persönlich an das Flugzeug gebracht wird, das ihn in die Heimat zurückbringt. Die Weltpresse ist natürlich immer dabei, auch noch monatelang später.

Zu Berufskraftfahrern habe ich oft gesagt, „Wir haben weder Zeit noch Lust, euch ständig zu kontrollieren. Aber wenn ihr trotzdem, mit Alkohol am Steuer, erwischt werdet, kann euch Niemand mehr helfen.“ Dieser Hinweis kam immer gut an, wurde aber nicht immer befolgt.

Diese ganze Webseite ist voll mit solchen Hinweisen. Mittlerweile sind es 586 Artikel. Wissenslücken hat Jeder, muss sie aber auch selbst, rechtzeitig beseitigen. Nicht durch neue Dummheiten. Denn die Welt wird immer transparenter. Nicht nur für die Neugierigen, sondern auch für ihren großen Bekanntenkreis.

Zur Zeit höre ich gern ein Lied der australischen Gruppe „Seekers“, über die ich am 25.10. ausführlicher geschrieben habe. Zitat:

Das Lied der Seekers hat folgenden Text (übersetzt) : „Irgendwo gibt es eine neue Welt. Man nennt sie das Gelobte Land. Das ist eine lange Reise. Darum bleib an meiner Seite. Und eines Tages bin ich dort, wenn du meine Hand hältst. Wenn man mir ein großes Vermögen gäbe, das könnte ich verlieren. Und wäre darüber gar nicht traurig. Doch wenn ich deine Liebe verliere, wüsste ich nicht, was ich tun sollte.“

Damit ist kein privater Freund gemeint, sondern Jesus. In einem ähnlichen Tonfall sind auch andere Lieder der Seekers. Dabei wirken sie nie aufdringlich, eher zurückhaltend.“

„Alle Musiker hörten schweigend zu, als die Seekers zum Abschied noch einmal Lieder ihrer besten Zeit sangen. Als sie ihren kurzen Auftritt im Fußballstadion beendeten, marschierten neben ihnen die zwei Mannschaften auf. Und auf dem Rasen sangen jetzt alle, gemeinsam die australische Nationalhymne.“

Hier kann man den Auftritt im Fußballstadion anschauen:

https://www.youtube.com/watch?v=v22SPtCFck8

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