Thomas More in London

20.9.2022. Königin Elizabeth I. war eine Weltherrscherin. Sie schickte Seefahrer wie Walter Raleigh nach Südamerika. In London fiel er später in Ungnade. Unter anderem leitete er eine „Schule der Nacht“, die sich mit Magie und Zauberei beschäftigte. Das passte dem Oberhaupt der anglikanischen Staatskirche nicht, dem Erzbischof von Canterbury. Diese Religion hatte Elizabeths Vater gegründet, Heinrich VIII. Er hatte einen schlechten Ruf. Als er sich scheiden lassen wollte, gab der Papst in Rom keine Genehmigung dafür. Deshalb gründete Heinrich eine eigene Staatskirche. Ihm widersprach nur sein Lordkanzler Thomas More, er wurde danach hingerichtet. Fred Zinnemann hat die Geschichte verfilmt, mit großem Aufwand. An dem Film gefallen mir nur die langen theologischen Diskussionen nicht, weil sie sich auf der Stelle bewegen. Außerdem wird der Mann im Hintergrund nicht identifiziert. Es war der Erzbischof von Canterbury. Am Anfang überreicht er einem Boten nur die Ankündigung, dass Heinrich seinen damaligen Vertrauten Thomas More besuchen wollte. Aber er wollte selbst den Rivalen More loswerden. Das geht im Film völlig unter, wäre aber viel spannender gewesen. Fred Zinnemann hat auch den Cowboyfilm „Zwölf Uhr mittags“ geschaffen, der hier schon öfter kommentiert wurde. Ein Kleinstadt-Sheriff wird von anreisenden Gangstern bedroht. Er braucht Hilfe, aber seine Mitbürger verstecken sich in ihren Häusern. Als er am Ende trotzdem siegt, umringen  sie ihn dankbar. Da reißt er seinen Sheriff-Stern vom Hemd, wirft ihn in den Staub und geht, für immer.

Bei diesem Film fehlte auch eine einzelne Szene, die aber nur in meiner Phantasie existiert. Die Ehefrau des Sheriffs ist eine fromme Quäkerin, darf keine Gewalt anwenden, aber sie greift nach einem Gewehr und erschießt einen der Finsterlinge. Da fehlt ein Akzent: Die meisten Menschen sind keine Verbrecher, sondern werden von ihrer Umgebung dazu gemacht. Diese schwarze Figur im Film hätte, im Angesicht des Todes, einfach hinfallen können und sein Schicksal damit annehmen. Der erstklassige Film hat keine Fehler, aber so wäre er noch vielschichtiger geworden und hätte noch mehr Gedanken ausgelöst.

Der Mann im Hintergrund, die graue Eminenz, hat die Weltgeschichte, von Anfang an bewegt. Als der ägyptische  Pharao Echnaton nur noch die Sonne, ATON,  als einzigen Gott anerkannte, vertrieb er damit die mächtigen Amun-Priester. Sein wichtigster Hofbeamter Eje, übernahm nach seinem Tod die weltliche Macht. Echnatons Sohn hieß Tut-Anch-ATON, danach musste er sich Tut-Anch.AMUN nennen und wurde  ermordet. Die Witwe musste den Anstifter Eje heiraten, den sie verascheute. Danach übernahm der General Haram-Hab die Macht und konnte sie militärisch, für sich selbst sichern.

Die grauen Eminenzen, unsichtbar im Hintergrund, habe ich schon  oft erlebt und sie nur deshalb durchschaut, weil ich mit 21 Jahren, auch der Beginn des beruflichen Lebens, die Welt von Sigmund Freud entdeckt und drei Jahre lang privat, ohne Unterstützung. studiert habe. Die Psychoanalyse funktioniert in allen Bereichen, ist dort aber meistens unbekannt. Viele ungeklärte Kriminalfälle lassen sich damit auflösen, als Beispiel habe ich dazu, vor zwei Jahren eine eigene Webseite gestartet, über den Kriminalfall William Shakespeare, dessen mächtigster Feind der Erzbischof von Canterbury war. Einzelheiten dazu findet man in dem Kapitel „Shakespeares Bilder und Zeichen“, unter diesem Text.

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