Traumschlösser

22.12.2020. Jetzt geht auch dieses Jahr wieder zu Ende, ganz anders als sonst. Aber so war es grundsätzlich immer. Die Vergangenheit brachte immer unterschiedliche Abläufe, je nachdem, was im Mittelpunkt stand. Die erste Schulzeit. Der Beruf. Privates. Und später dann, der Wegfall der ganz überflüssigen Sachen. Schlechte Kollegen. Falsche Freunde. Dumme Belästiger. Sie sind Alle geographisch und zeitlich weit entfernt, bis auf die, die man will und die anderen, die trotzdem nicht nach Alaska fliegen, sondern sich sogar für wichtig halten. Das geht aber dann schon in Dimensionen des Kasperltheaters, der Perücken und billigen Verkleidungen. München ist eine zentrale Filmstadt, hat aber nur noch ein schrumpfendes Angebot für Schauspieler und Regisseure. Bis Ende März waren sie unvermeidlich, nahmen aber auch Arbeiten an, die eigentlich unter ihrem ganz, ganz gehobenen Niveau waren. Auch bekannte Namen. Es waren einfach zu Viele, die nicht überragend waren, aber trotzdem auf die Leinwand drängen. Manche waren vor Jahren erfolgreich. Aber das Publikum hat ganz andere Ziele gefunden und Möglichkeiten. Ich habe mal die Arbeiten eines Lockenkopfs sehr gemocht, aber es war auch einiger Leerlauf dabei. Zuletzt sah man ihn öfter, aber es gab keine neuen Filme von ihm im Kino. Kein Einzelfall, sondern es wurden immer mehr Verlierer. Auch sehr sympathische Künstler klagten über den Rückgang an Zuschauern und eigenem Verdienst. Künstlerisch hatten sie oft kaum noch Verdienste, aber sie wollten trotzdem den Beruf nicht wechseln. Vor ein paar Jahren sagte mir ein freundlicher Kellner, in einem gemütlichen Biergarten, „Ich studiere Medien-Management.“ Einen Kommentar dazu habe ich unterlassen. Aber im Biergarten sitzen solche Leute eigentlich nur als entspannte Gäste, nicht als schuftende Mitarbeiter.

Und hoch bezahlte „Manager“ wollen Tausende werden, bei den Medien noch viel mehr. Vielleicht hat er ja später Glück gehabt, weil er gut aussah. Aber so ist seine Konkurrenz auch, die nicht immer mit sauberen Methoden arbeitet. Es gibt einfach zu viele Angebote, die man gar nicht annehmen darf, um sich nicht die Zukunft total zu ruinieren. Trotzdem existieren viele Fälle, wo das trotzdem geschieht.

Auch in Hollywood. Das war schon immer so, aber letztes Jahr noch viel mehr. Da öffnen sich neblige Grauzonen, die im ganz Dunkeln fischen. Der bekannte Lockenkopf hat mich einmal immer wieder angestarrt, als ich ihn grüßte, aber nicht weiter reagiert. Gut so. Ihm ging es nicht gut, und er sah verzweifelt aus. Ich hätte mich gern mit ihm unterhalten. Er setzte sich sogar öfter, ganz in die Nähe, in bekannten Wirtshäusern, ganz depressiv, starrte auch dort herüber, sagte aber trotzdem kein einziges Wort. Viele Andere sind genau so, in seiner Situation, und seit Ende März habe ich ihn überhaupt nicht mehr gesehen. Jetzt geht es sämtlichen Veranstaltern nicht mehr gut, beim Reiseverkehr, in den Sportstadien, der Modebranche, den Wirtshäusern. Sie haben kaum noch finanzielle Einnahmen, auch nicht über Weihnachten. Trotzdem reicht es, nur einmal am Tag die neuesten Welt-Nachrichten zu erfahren. Denn auch Umschalten ist ganz wichtig, um auf bessere Ideen zu kommen. Zum Beispiel Filme aus den Sechziger Jahren. Da war Alles lustig, an beliebten Urlaubsorten, mit bekannten Schauspielern. Sehenswert ist zum Beispiel „Im weißen Rössl“. Damalige Filmstars wie Karin Dor, Waltraud Haas, Peter Alexander, an Originalschauplätzen, bunt und nur im Sonnenschein, dazu eine gute Unterhaltungsmusik. Darüber kann man sich auch jetzt freuen und braucht dafür keine bezahlten Eintrittskarten und kein knisterndes Popcorn, oder die Nähe von unbelehrbaren Belästigern, also unverbesserlichen Straftätern.

Ich war als Jugendlicher begeisterter Kinofreund, aber das ist schon lange vorbei, wegen dem nahlassenden Qualitäts-Angebot, der platten Handlung, den hektischen Schnitten und den bescheidenen Ergebnissen, die sich immer ähnlicher wurden Diese ernsthafte Krise gibt es schon seit vielen Jahren. Jetzt geht zunächst aber gar nichts mehr. Ich vermisse die angenehmen Menschen aus dieser Branche, die anderen sieht man, glücklicherweise gar nicht mehr. Bedeutende Künstle können sehr bescheiden sein und sehr freundlich. Ihre Namen gehören aber nicht hier hin. Eine bekannte Sängerin, die öffentlich immer sehr vornehm auftrat, war in vielen persönlichen Gesprächen sehr offen und angenehm. Leider ist sie vor Jahren verstorben. Aber schon vorher hatte sie nichts dagegen, wenn man ihren Namen nannte: Margot Werner.

Am 1.2. 2016 habe ich einen Artikel, über sie geschrieben:

„Primaballerina“

Primaballerina | Der königsblaue See (mind-panorama.de)

Sie war keine Ausnahme, und sie hätte niemals im grenzwertigen, peinlichen „Dschungelcamp“ mitgemacht. Das sind unzumutbare Sendungen, die das „Recht auf Menschenwürde“ verletzen, also unser Grundgesetz. Deshalb sind solche Sendungen verboten, auch wenn das Keiner gemacht hat. Ein Mitarbeiter dieser Leute wollte mir sogar einmal ein Glas Wein ausgeben. Ich habe das abgelehnt, da ist er aggressiv geworden. Aber ich bin trotzdem nicht gegangen, sondern habe einfach nur gewartet, bis er weg war. Denn er riskierte ein berechtigtes Lokalverbot, für immer. Das war in einem sogenannten Prominentenlokal, wo ich bis Ende März Stammgast war und wo man ganz normal behandelt wurde.

Am 12.6.2019 habe ich darüber einen Artikel geschrieben:

Kay in altem Glanz – wieder dabei | Der königsblaue See (mind-panorama.de)

Das ist jetzt Alles verstummt, aber nicht für immer. Leider bin ich auch dort manchmal belästigt worden, aber nur, wenn der Wirt nicht da war. Feige sind sie auch noch.

In der Bibel heißt es: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ Und im letzten Buch, über die Apokalypse, den Weltuntergang, heißt es über die letzte Ernte, die Weinlese: „Die schlechten Früchte werden weg geworfen.“

Ich glaube trotzdem an eine „neue Welt“. Dazu findet man hier bereits 140 Artikel, mit konkreten Vorschlägen. Vor Allem über elektronische Methoden, Verbrecher schneller zu erkennen und dabei falsche Urteile zu vermeiden. So kann man auch die Weihnachtstage erleben, mit Gesprächen und daraus entstehenden Erkenntnissen. Oder mit Nachdenklichkeit, ohne Belästiger.

Dazu passt Greg Lake: „I believe in Father Chrismas.“ Zuerst hört man nur eine Gitarre, dann kommt ein klassisches Orchester dazu, mit festlichen Bach-Trompeten und ein großer Chor.

Der Text: “ Ich erinnere mich an einen Weihnachtsmorgen. Winterlicht und ein ferner Chor. Und ich glaubte an den Weihnachtsmann. Ich schaute zum Himmel, mit aufgeregten Augen. Bis ich erwachte, beim ersten Morgenlicht. Und ich sah ihn. Ich wünsche euch ein Weihnachten, voller Hoffnung. Wir bekommen das Weihnachten, was wir auch verdienen.“

Greg Lake – I Believe In Father Christmas (Original Version – 4K Restored) – YouTube