Überlebende Flugsaurier

24.3.2021. Wenn ein Flugzeug startet, verlässt es den sicheren Boden. Ferngesteuert wird es elektronisch, aber schon eine heftige Sturmböe unterwegs lässt es wackeln. Ganz am Ende kann es sogar eine Bruchlandung geben, wenn es auf dem Erdboden wieder landet. Ein solches Unglück geschieht fast nie, trotzdem klatschen viele Passagiere Beifall, weinn sie wieder in Sicherheit sind. In der Biologie hat die Natur das von selbst gelöst. Zu den ersten Lebewesen gehörte ein Flugsaurier, der Archäopteryx. Erst 1861 wurde ein fast vollständiges Skelett im bayerischen Solnhofen gefunden. Es kann 235 Millionen Jahre alt sein. Menschen haben dieses Geschöpf aufmerksam angeschaut, aber das Fliegen gelang ihnen trotzdem nicht, weil die Körper völlig verschiedene Baupläne haben. Ein bekannter, alter Traum handelt von Ikarus, der eigene Flügel mit Wachs zusammenbaute. In der Luft kam er jedoch der Sonne zu nahe, das Wachs schmolz und er stürzte ab. Die Symbolik deutet das als Warnung an den Menschen, seine Grenzen einzuhalten. Erst vor hundert Jahren war die Technik so weit, um immer raffiniertere Flugzeuge zu bauen.

Zur Zeit herrscht dort Stillstand. Die meisten Flüge finden gar nicht mehr statt. Zu Ostern in vierzehn Tagen war sonst ein Höhepunkt der Reisesaison. Abgesagt. Passanten sprechen vom Rückschritt in die Steinzeit. Aber damals gab es das Problem noch gar nicht. Es hat nachweisbare medizinische Gründe, trotzdem finden täglich Straßendemonstrationen statt, die ein anderes Stichwort hinaus schreien: Die Zwangsmaßnahmen, die Verbote der Politiker. Das zielt in die falsche Richtung, weil die Politik nach Lösungen sucht. Aber es erinnert an unvergessene, brutale Diktaturen der Vergangenheit. Noch bis zum Ende des letzten Jahrhunderts gab es sie in vielen Staaten. Reiseverbote. Schusswaffen an den Grenzen, ganz ohne medizinische Gründe. Wer dagegen war, wurde überwacht, bedroht und eingeschüchtert. Vor dreißig Jahren war in Deutschland Schluss damit. Aber wer heute fünfzig Jahre ist, kann sich genau daran erinnern. Ich habe viele solcher Gespräche zufällig erlebt, an Biertheken oder bei Kulturveranstaltungen. Die meisten Zeitzeugen hatten Schreckliches erlebt. Andere sagten, „So schlecht ging es uns doch gar nicht.“ Aber nur, wenn man gegen die Kritiker kämpfte oder sie anzeigte. Die Vergangenheit verblasst, die Denkweisen haben sich vermischt, es herrscht Frieden. Aber wer noch nicht Rentner ist hat seine eigene, persönliche Meinung. Das ist sehr interessant. Ich habe mich dabei immer mit arroganten Besserwissereien zurückgehalten, aber nachgedacht. Das Ergebnis konnte dann Jeder kommentieren. Und lebt auch jetzt weiter so, wie er es jetzt für richtig hält.

Die Politik will sich zwar überall einmischen, ist damit aber völlig überfordert. Es fehlen gründliche Sachkenntnisse, die Bereitschaft zu guten Veränderungen, aber die Führugsspitze klammert sich an Gewohnheiten fest. Auch im Privatleben sind Klammeraffen die unangenehmesten Zeitgenossen, weil sie neugierig und dumm sind. Sie richten riesige Schäden an. Die aktuellen Finanzskandale wie „WireCard“ und „OpenLux“ hätten sonst gar nicht passieren können, weil sämtliche Finanzströme von Computern gesteuert werden. Schief gehen kann dabei nur etwas, wenn schmutzige Finger sich einmischen. Und so ist es auch geschehen. Außerdem gibt es noch Jagdhunde, die ein unschuldiges Reh hetzen, bis es direkt vor der Flinte des Jägers landet. Tierschützer mögen das nicht, und auch im menschlichen Zusammenleben ist das eine schwere Straftat.

Die Justiz wird dabei und noch mehr bei den ganz großen aktuellen Betrügereien monatelang aufwändige Feinarbeit leisten, aber vertuschen und verschweigen lässt sich da gar nichts mehr. Und die Aufklärungsmethoden gehören zum unverzichtbaren Grundwissen, auch für Anfänger. Leider werden dabei manchmal Grenzen viel zu weit überschritten und wichtige Freiheitsrechte unseres Grundgesetzes beschädigt. Aber es gibt so viele Mitwisser, dass es für derartige Übergriffe keine Zukunft mehr gibt. Die Scheinwerfer sind schon jetzt auf alle Beteiligten hell gerichtet. Spuren aus der Vergangenheit kommen noch dazu. Trotzdem macht Mancher einfach weiter. Das kann sehr teuer werden.

Die ersten Flugsaurier krochen zunächst auch nur am Boden herum. Aber sie bemerkten, dass es nicht nur in ihrem engen Lebensbereich fette Beute gab, sondern dass man in der luft noch schneller sein konnte, einen besseren Überblick und ein größeres Angebot hatte. Ihr Werkzeug war die Mutation. Das Innenleben eines Tieres, auch sein Körper kann sich verändern, wenn die Umgebung sich verändert. Charles Darwin (1809 – 1882) wurde mit dieser Entdeckung weltberühmt. Er konnte sie ganz genau beweisen, als er mit einem Forschungsschif zu den Galapagos-Inseln in Südamerika aufbrach und dort herausfand, dass Vögel einer eng verwandten Rasse ihr Äußeres veränderten, wenn ihre Nahrungsquellen in der Natur sich veränderten. Zum Beispiel bekamen ihre Schnäbel völlig unterschiedliche Formen.

Aus der leicht verständlichen Formulierung dieser nachprüfbaren Erkenntnis entstand eine ganze Weltanschauung, weil sie sich auf viele Bereiche übertragen lässt, auch auf Kriege. Dazu gehörten Dummheiten wie der Spruch „Im Leben gewinnt nur der Stärkste, im Kampf aller Arten miteinander.“ Eiserne Diktaturen und harte Zwangsherrschaften haben das als Fundament übernommen, aber das sind Grenzüberschreitungen. Darwins Galapagos-Vögel führten keine Kriege gegeneinander, eroberten keine fremden Staaten und raubten ihnen ihre Freiheiten. Sie passten sich nur an ihre natürliche Umgebung an.

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