Unerreichbare Ziele ab 2020

19.9.2020. Unerreichbare Ziele gab es immer. Manche belügen sich da jahrzehntelang selbst. Sie führen einen verbissenen Kampf, auf Kosten der Anderen. Am Ende bleiben nur Krampf, Lügen und verlorene Schlachten. Denn es gibt Grenzen für die persönliche Energie, für das Eigentum anderer Leute und die grenzenlose, unbelehrbare Dummheit.

Später wird es trotzdem Zeit, darüber nachzudenken. Jeder kann dafür eine eigene Liste aufstellen. Meine ist unvollständig, aber nicht allein auf dieser Welt.

Unerreichbar aus geographischen, finanziellen und zeitlichen Gründen sind ferne Kontinente: Australien. Südamerika. Asien. Man vermisst sie dann nicht, wenn man gelernt hat, dass die Existenz aller Bewohner auf dem Planeten Erde den gleichen Regeln gehorcht und dass Unrecht aus miteinander vergleichbaren Ursachen sich auflösen lässt, wenn die zu lange besetzten goldenen Thronsessel Platz für ganz neue Benutzer frei machen.

Unerreichbar sind Leute, die man nicht mehr sehen will. Unverträglichkeit hat vor Allem die Ursachen Dummheit, Raffgier und Größenwahn. Einzelne solcher Figuren wollen das nicht einsehen. Belästigungen und aufdringliches Stalking, das Ausspionionieren, sind schwere Straftaten, die zu wenig verfolgt werden. Musterprozesse mit saftigen Geldstrafen und schärferen Konsequenzen können das rasch beenden und eine abschreckende Wirkung haben. Die Polizei ist überlastet, muss aber trotzdem reagieren. Auch ohne förmliche Anzeige ist das Bekanntwerden von solchen Gesetzesbrüchen ein zwingender Ermittlungsgrund. Dafür fehlen zentrale Anlaufstellen mit Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften, die es wirkungsvoll, für alle Wirtschaftsverbrechen, längst gibt. Auch die Presse verdampft oft mit gedämpftem Klatsch und Tratsch, der wertlos ist, aber niveaulose Sensationslust steigert.

Unerreichbar sind viele eigene Ziele. Bundeskanzler oder Filmstar kann nicht Jeder werden. Es gibt dafür nicht genug freie Arbeitsplätze. Trotzdem sitzen ausdauernde Träumer oft viele Jahre auf schlecht bezahlten Warteplätzen, statt sich etwas Anderes zu suchen, zum Beispiel auf der Webseite der Arbeitsämter oder anderer Traumfirmen. Ein junger Biergarten-Kellner sagte mir vor vielen Jahren, er studiere „Medienmanagement.“ Da gibt es viel Konkurrenz, sonst hätte er längst ein paar beliebte, persönlich reservierte Plätze in allen leer stehenden Luxuslokalen, auch für solche Freunde, die nur kurz auftauchen, wenn es nicht regnet oder sie sich selbst keine Bratwurst mit Senf mehr leisten können. Solche Raub-Geier sind wachsame Stammgäste auf preiswerten Plätzen in Opernhäusern, Vergnügungslokalen und Bahnhofshallen mit viel Publikum.

Unerreichbar waren vor einem halben Jahr plötzlich viele Treffpunkte, die mit den Verboten der Corona-Epidemie seit Ende März zunächst vollständig geschlossen wurden, bis zu den späteren Lockerungen.

Zwangsläufig mussten sich Gewohnheiten ändern. Das geht aber nicht ohne Nachdenken und Änderungswillen.

Was dann immer noch unerreichbar bleibt, hat oft keinen Wert. Auswählen kann man immer das Unbezahlbare. Der Philosoph Epiktet schrieb, „Dir gehört nur das, was du selbst bist.“ Und der unsterbliche chinesische General Sun Tsu meinte nach vielen gewonnenen Schlachten, „Das Ziel des Kriegs ist nicht der Sieg, sondern der Frieden.“ Für ähnliche Hinweise wird man ihn noch in tausend Jahren bewundern, wenn es unseren Planeten dann noch gibt.

Im letzten Buch der Bibel, der Johannes-Apokalypse, heißt es vor dem Weltuntergang: „Der letzte Kampf und der endgültige Sieg über den Satan.
Nach tausend Jahren Herrschaft sammelt er alle Völker für den Kampf gegen die Heiligen. Die Erde und der Himmel verschwinden. Das Buch des Lebens wird neu aufgeschlagen. Alle Toten stehen auf und werden nach ihren Werken gerichtet.“

Sehr eindrucksvoll in diesem Zusammenhang: Die ersten Tage der „Schöpfung“ von Joseph Haydn. Hier dirigiert Herbert von Karajan:

https://www.youtube.com/watch?v=T9_NQB07kqI& list=PL6WIWapSWYkfm3JGcIdRgL2yGXYX47kFm

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