Vulkanausbrüche

26.12.2020. Der zweite Weihnachtstag war früher auch still, aber noch nie so wie heute. Denn die Zutaten fehlen. Am ersten Weihnachtstag gab es nur den kleinen Kreis der nächsten Familienangehörigen, am zweiten wurde es spannend. Denn tauchten die Erbschleicher auf, die ungeliebten Verwandten und ein paar Freunde, die Respekt erwarteten, aber nicht verdienten. Dann lag ein ganz leises Grollen in der Luft, wie vor einem Erdbeben oder einem Vulkanausbruch, also unvermeidliche Naturereignisse, die auch von viel Technik nicht gesteuert werden können. Und sie hielten, was sie versprachen. Am besten, man zog sich vorher zurück und las ein Buch.

Nach dem Abendessen waren sie endlich wieder weg. Die Möbel waren noch unbeschädigt, aber Pulverrauch hing in der Luft. Verärgerte Gesichter, wütendes Schweigen. Ein kurzer Abend folgte, denn am nächsten Tag mussten alle frühmorgens zur Arbeit oder verreisten sehr früh, möglichst weit weg. Wenn es möglich war, hatte ich bis zum Neuen Jahr Urlaub und sah die besten Kollegen gar nicht. Am zweiten Januar waren sie dann selbst dran und verschwanden zur Familie oder nach Alaska. Eine ruhige. stille Zeit.

Jetzt kann man sie noch mehr zum Nachdenken nutzen, für persönliche Bilanzen oder den Jahres-Abschluss in der Firma. Bei uns war am 31. Dezember auch Inventur. Dann wurden alle vorhandenen Waren einzeln gezählt und in vorbereitete Listen eingetragen. Daraus ergaben sich die Unterschiede zum Vorjahr. Also die Gewinne und Verluste. Wenn der Unterschied zwischen den Einnahmen und den gezählten Vorräten auffällig groß war, dann hatte Jemand geklaut. Deshalb gab es die Inventuren nicht nur zum Jahresende, sondern sogar vier Mal im Jahr, zu jedem Quartalsende.

Das Abrechnungssystem war bereits total elektronisch, also eigentlich wasserdicht. Jeder Kunde musste selbst an einem gesicherten Automaten sein Bargeld einzahlen, damit er etwas mit der elektronischen Karte einkaufen konnte. Alles Andere lief auch elektronisch ab, die Wareneingänge und die fälligen Ausgaben für Rechnungen. Doch es gab eine unbemerkte Schwachstelle. Abends liefen oft Privatfeiern ab, mit vielen Betriebsfremden, die natürlich gar keine Geldkarten hatten. Also wurden deren sämtliche Einkäufe mit Bargeld bezahlt.

Aber leider nur in der gewünschten Größenordnung elektronisch verbucht, die der Veranstaltungsleiter für richtig hielt. Tagsüber war er korrekt und fleißig, aber abends kontrollierte er das selbst. Er meinte, das wäre wasserdicht, aber eine unzufriedene Mitarbeiterin meldete ihn. Danach bekam er sofort ein Hausverbot, die fristlose Kündigung und wurde vor Gericht wegen Unterschlagung bestraft. Vorgeladene Zeugen beim Prozess waren seine sämtliche Mitarbeiter. Sie redeten im Prozess ganz offen über Alles, um nicht selbst in Verdacht zu geraten. Ich wurde nur am Anfang des aufgeflogen Skandals gehört.

Mehr davon las ich auch nur in der Zeitung. Alle schwiegen darüber, bis auf ein paar einzelne, dämliche Plaudertaschen, die sowieso ihren Mund nicht halten konnten. Aber Niemand hat es gewagt, mich zu belästigen, weil es dann noch schlimmer für die Verursacher geworden wäre. Sie kannten gar nicht die genauen juristischen Begriffe wie Vertrauensbruch, Vortäuschung falscher Tatsachen, Unterschlagung, Bildung eine kriminellen Vereinigung Aber die Richter kannten die Begriffe ganz genau. Die Verurteilung stand schon gar nicht mehr in den Zeitungen, weil es zu viele ähnliche Fälle gab, auf der ganzen Welt. Aber ein unbefristetes Berufsverbot war sicherlich dabei, auch ein Eintrag in das polizeiliche Führungszeugnis. Jeder Bewerber für eine Vertrauensstellung muss das, ausnahmslos vorlegen, sonst kann es sich gleich das unvermeidliche, persönliche Vorstellungsgespräch sparen. Und der Arbeitsmarkt schrumpft weiter. Seit Ende März waren oft große Teile der Gastronomie ganz lahmgelegt, jetzt ist Alles das geschlossen, was zum biologischen Überleben nicht unbedingt notwendig ist.

Der Papst feierte in diesem Jahr die öffentliche Weihnachtsmesse allein, nur im kleinen Kreis. Sonst standen auf dem Petersplatz Tausende Tausende von Besuchern aus der ganzen Welt. Diesmal war er dunkel und menschenleer. Über finanzielle Probleme in der Vatikanbank hat der römische Journalist Gianluigi Nuzzi erst vor ein paar Monaten ein unglaubliches Buch veröffentlicht: „Weltgericht“. Eine Anspielung auf das Jüngste Gericht. Er weist anhand zahlreicher Dokumente nach, dass in der nächsten Umgebung des Papstes sich schwere finanzielle Unregelmäßigkeiten ereigneten, seit vielen Jahren. Aber schon 1982 geriet der damalige Präsident der Vatikanbank, Roberto Calvi, in den Verdacht, dass er größere Bankgelder in die eigene Tasche umgeleitet hatte, Er wurde dann in London, der Bankmetropole, ermordet und hing morgens, an einem Galgenstrick unter einer Themse-Brücke. Dazu habe ich am 3.11.20 einen Artikel geschrieben:

Die Dominikaner in London | Der königsblaue See (mind- n/

Noch schlimmer ist der aktuelle, extreme „Wirecard“-Finanzskandal. Über ihn habe ich am 8.12.20 einen Beitrag geschrieben.

https://luft.mind-panorama.de/wirecard/

Bei diesem Skandal ist die gesamte internationale Hochfinanz betroffen und der tägliche Zahlungsverkehr. Vornehmste Geldhäuser und deren Kunden. Vor einem Münchner Gericht wird das zur Zeit, mit allen Details ganz genau auseinander und unter die Lupe genommen. Es ist unglaublich, was da für Querverbindungen auftauchen, die sonst in dicken Tresoren gar nicht erkennbar sind. Die Polizei jedoch hat Zugriff darauf, und Niemand hat damit gerechnet, weil man sich für unangreifbar hielt.

Dabei ist jeder einzelne Mitwisser eine große Gefahr, dass er plötzlich auspackt und dafür nur einen kleinen Datenspeicher mitbringt, in dem alle Verschlüsselungen und Vertuschungsversuche mit einem Mausklick sichtbar werden.

Doch solche Anzeige-Systeme haben immer noch große Wissenslücken, aber die ich schon oft berichtet habe. Man kann die Kriminalstatistik schnell verbessern, wenn die Computertechnik noch viel besser eingesetzt wird. Nicht durch verbotene Überwachung und Datensammlungen, sondern durch wirkungsvolle Methoden, die nicht gegen unser Grundgesetz verstoßen, also das garantierte Recht auf Meinungsfreiheit und den Schutz der Privatsphäre. Private Security-Firmen dürfen überhaupt keine Telefone abhören und auch keine Videoüberwachung in geschützten Räumen ausführen. Sonst riskieren sie den Verlust sämtlicher Kunden, ein Berufsverbot und sinkende Alternativen auf dem schrumpfenden Arbeitsmarkt. Schon vor Jahren habe mich mit Betroffenen unterhalten, die davon völlig überrascht waren, also darüber noch gar nicht nachgedacht hatten. Auch die zuständigen Polizisten nicht.

In jedem Beruf bekommt man oft mit Verdächtigen zusammen, die sich auffällig abnehmen, aber so raffiniert schauspielern und schlaue Verkleidungen tragen, dass man sie für nachahmenswerte Vorbilder hielt, weil sie teure Luxusautos fuhren und nur die exklusivsten Lokale besuchten. Genau das ist dann ein verdächtiges Symptom, wenn das persönliche Monatsgehalt viel niedriger ist. Die früheren Grenzen zum Ausland sind dabei längst durchsichtig geworden. Sogar das betonharte Schweizer Bank-Geheimnis wurde mit einem Fußtritt geknackt. Denn die Amerikaner untersuchen illegale Schwarzgeld-Pläne innerhalb großer Firmen auch mit der strikten Forderung, dass sämtliche ausländischen Filialen auch die streng geheime Kontoführung der Betroffenen öffnen.

Das ergibt ein Erdbeben oder einen Vulkanausbruch. Dem Massenmörder Al Capone in Chicago konnte vor hundert Jahren keine einzige Tat nachgewiesen werden, aber US-Präsident Roosevelt setzte die Steuerfahndung auf ihn an Danach saß er im Gefängnis. Solche Fälle bekommen auch mittlere Führungskräfte in großen Firmen mit. Sie müssen sich da nicht einmischen, denn die Polizei kommt von selbst, wenn passende Computerprogramme Alarm schlagen. Auch das wissen Viele nicht.

Auf dieser Webseite gibt es, nur zum Thema „Elektronik“, schon 137 Artikel. Das spricht sich auch thematisch herum, und Jeder kann selbst dafür sorgen, dass er nicht mitten in einem klebrigen Sumpf aktiv ist, mit viel zu vielen Mitwissern. Und das sind nicht nur Menschen, sondern immer mehr Computer, auch in den armen Ländern, mit schlechten Regierungen. Die Verursacher werden in Zukunft immer schneller erkennbar.

Die Bildersprache der Symbolik verstehen nur Wenige. Hier findet man schon über 200 Beiträge dazu. Das nachstehende Bild habe ich auf einem Trödelmarkt gekauft. Wer die Zeichen entziffern kann, löst damit auch ungeklärte Fälle.

Meine neue Webseite heißt „Zeichen und Bilder“. Gleich unter dem Titel findet man folgenden Hinweis: „Diese Webseite beschäftigt sich mit Geheimnissen in vielen Bereichen und deren Auflösung. Deshalb ist  sie dem Gedenken an Christopher Marlowe gewidmet.“ Hier findet man sie:

https://www.mind-panorama.de/