Weit offene Grenzen – Mystik,Teil 2

22.9.2021. Dieser zweite Teil zum Thema „Mystik“ soll auch nur ein Vorspiel sein. Ein Überblick. Er ergänzt den Artikel von gestern „Weit offene Grenzen – Mystik, Teil 1:

https://luft.mind-panorama.de/mystik-2/

Vorhin erschien der Kommentar „Überflüssige Geschenke“. Zitat: „Kräftige Sprachbilder sind ein Haupt-Element der Symbolik, die auch in der Psychoanalyse, bei den Archetypen (Ur-Bildern), eine zentrale Rolle spielen. Eine Hauptrolle hat  die Symbolik in den zehn Wunderwerken von Richard Wagner, wird  aber seit 1967 kaum noch beachtet. Wieland Wagners (1917 – 17.10. 1966) Inszenierungen waren voll davon. Das Kapitel „Die Deutung der Symbole“ enthält dazu 103 Kommentare. Zufälle können auch Signale des Schicksals sein. Noch bevor Wieland starb, habe ich angefangen, mich mit seiner Bilderkraft zu beschäftigten. Nach seinem Tod wurde das Ineressse am Gesamtergebnis immer stärker, obwohl ich 57 Kilometer vom nächsten Opernhaus entfernt, in einer Kleinstadt aufwuchs,  mit damals nur 25.000 Einwohnern. Radio-Aufzeichnungen und Bücher gaben zusätzlichen Schwung. Und wer das Stichwort „Mystik“ eintippt, rechts oben in der Such-Funktion auf dieser Seite, findet sofort fast 50 Artikel dazu. Die Mystik enthält die tiefsten und die höchsten Ebenen der Erkenntnis.“

Nach diesem Überblick kann man auf weitere Wiederholungen verzichten, aber wer sich nicht selbst mit dem großen Informations-Angebot beschäftigt, bleibt nur an der Oberfläche stecken. Heute nur noch einmal der Hinweis darauf, dass die Mystik eine der ältesten Erkenntnisformen der Welt ist. In der Steinzeit, vor 2,6 Millionen Jahren, war es selbstverständlich, dass alle Naturerscheinnungen, sogar die harten Steine, von Lebewesen bewohnt wurden, die das Leben der Menschen direkt beeinflussten. Später wurden daraus die Götter, die äußerlich und innerlich den Menschen sehr ähnlich waren, aber Kräfte hatten, die noch viel stärker waren. Im Alten Ägypten, im antiken Griechenland und im römischen Weltreich vergingen die Tage nicht ohne die Mitwirkung und Einmischung der Götter. Im Alten und Neuen Testament findet man  nur noch einen einzigen Gott. Christus bezeichnete sich selbst als seinen Sohn. Danach wurde er wegen Gotteslästerung angeklagt und zum Kreuztod verurteilt, im Alter von dreißig Jahren. Vierzig Jahre später zerstörte der römische Kaiser Titus, mit einem Heer bewaffneter Soldaten die Stadt Jerusalem, auch ihren Tempel. Johannes, der Lieblingsjünger von Christus, schrieb damals, als alter Mann das letzte Buch der Bibel, die Apokalypse, mit Schreckensbildern vom Weltuntergang. Danach zerrfiel ganz langsam das römische Weltreich, wie eine Strafe Gottes. Die Anhänger von Christus wurden zunächst gewaltsam verfolgt, gründeten dann aber, ausgerechnet in Rom, eine neue Weltkirche.

Nach dem Ende des europäischen Mittelalters im 16. Jahrhundert verfolgte diese Kirche alle Kritiker als „Ketzer“. Der berühmteste Fall war der Londoner Theaterdichter William Shakespeare. Wie bekannt, habe ich dazu am 23.11.20 eine eigene Webseite gestartet. „Zeichen und Bilder“ :

https://www.mind-panorama.de/

In den letzten Wochen habe ich, eigentlich  öfter als notwendig, auf das Copyright hingewiesen. Aber es gab deutliche Anzeichen dafür, dass fremde Köpfe das Copyright nicht beachteten, obwohl die Spuren leicht nachweisbar sind. Zum Thema Shakespeare heute nur der Hinweis, dass er im Streit mit der  anglikanischen Kirche und derem Oberhaupt in Lebensgefahr geriet und erst im letzten Moment nach Norditalien flüchtete. Zum Thema „Mystik“ gehört er trotzdem, auf einem Platz ganz hoch oben. Er schrieb kaum noch etwas über die christliche Kirche, nach seinen eigenen persönlichen Erfahrungen. Aber seine starke Bildersprache ist von einer Energie durchdrungen, die das ganze Universum in sich trägt. Die Mystik ist die geistige Vereinigung mit den sichtbaren Zeichen Gottes,  die der Mensch  erkennen kann. Die Unio Mystica.

Shakespeare war nicht der letzte Zeuge in dieser mächtigen Reihe. Auch in der Gegenwart gibt es viele Kräfte, die sich damit beschäftigen, mit unterschiedlicher Ernsthaftigkeit. Das Thema ist derart groß, dass es Platz für Alle hat. Aber nicht alle passen dazu. Die Bewertung muss Jeder selbst finden, sie ergibt keinen Grund für Feindseligkeiten und Gewalt. Glaubenskriege haben in der Zukunft keine Chance mehr. Es ist nur noch eine Frage der Zeit.

Richard Wagner als Gipfelpunkt der Mystik erlebt man in der Parsifal-Aufzeichnung von 1951, unter der musikalischen Leitung von Hans Knappertsbsuch, eine legendäre Vorstellung, mit der auch Wieland Wagner seine Meisterleistungen begann:

https://www.youtube.com/watch?v=EWXNUADhMzo

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