You were always on my mind

3.12.2020. Elvis Presley hat einen Berg von Studioaufnahmen hinterlassen, dazu Verfilmungen seiner Konzerte. Jetzt kann man überrascht sein, dass es schon seit 2016 etwas ganz Neues gibt. Er singt mit der Begleitung des Londoner Royal Philharmonic Orchestra, obwohl er die nie getroffen hat. Möglich macht das die Technik. Sie hat seine unverwechselbare Stimme von jeder Begleitmusik getrennt, und dann hat das Klassik-Orchester dazu mit großer Besetzung gespielt, sogar sich etwas angepasst. Ein einzelnes Klavier spielt immer wieder kleine Einlagen von nächtlicher Bar-Musik, im Jazz-Stil. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Dazu gibt es noch einen Film, als Elvis eines besten Lieder selbst im Studio aufnahm. Da steht er neben einem vierköpfigen Chor und singt. Drumherum drängen sich andere Gäste, die er mit einem Kopfnicken begrüßt. Alles wirkt wie ein Science-Fiction-Film, obwohl alle Details echt sind.

Hier kann man das anschauen. „You were always on my mind“:

https://www.youtube.com/watch?v=n1YKv_Pl8PU

Die Technik dazu ist nicht neu, aber hier hat man gar nicht damit gerechnet. Elvis Presley (1935 – 1977) war bei der Vertonung 2016 schon 42 Jahre tot. Die Verfilmung der bearbeiteten Aufnahme wirkt echt, wie ein Dokumentarfilm, aber es ist, nur mal als Sach-Hinweis, eine Fälschung. Natürlich ist sie trotzdem wertvoll und gut gelangen, aber es gibt keinen Hinweis auf die nachträgliche Bearbeitung. Und da wird es bedenklich. Wie viele, ganz andere Fälschungen, entstehen täglich? Vermutlich sehr viele. Auch ohne Kennzeichnung.

Das ist bei jedem Thema möglich. Gefährlich wird es bei juristischen Streitereien. Wenn in einem Millionenprozess Dokumente eine Hauptrolle spielen, ist es grundsätzlich möglich, dass ein raffinierter Betrüger gewinnt und vorher noch Beweise präsentiert, die nicht echt sind. Das Copyright, das Urheberrecht, muss dringen aktualisiert werden. Wenn Dokumente nachträglich bearbeitet werden, reicht der eingeblendete oder schriftliche Hinweis: „Bearbeitet am 1. Weihnachtstag 2020.“ Schon weiß Jeder, dass getrickst wurde. Bei der oben erwähnten Musikaufnahme wird das eigentlich auch erfüllt, denn man liest unter dem Titel das Produktionsjahr, und dann weiß Jeder, dass der Film nachträglich entstanden ist. Aber Jeder kennt sich nicht unbedingt mit der Materie aus. In anderen Fällen sind absichtliche Täuschungsmanöver jederzeit möglich.

Der Zweite Weltkrieg begann damit. An der polnischen Grenze wurde ein Stummfilm inszeniert. Schauspieler, verkleidet als uniformierte polnische Soldaten, griffen einen militärischen deutschen Wachposten an. Der Film wurde in allen Kinos gezeigt und war sofort Anlass für Hitlers vorher schon geplante Kriegserklärung gegen Polen, das dann auch von echten Soldaten überrollt und besetzt wurde. Ähnliches geschah schon am 27.2.1933. Hitler war bereits an der Macht, da ging nachts das Berliner Parlament, der Reichstag, in Flammen auf. Vor Ort verhaftet wurde der junge holländische Kommunist Marinus van der Lubbe und zum Tode verurteilt. Er galt als Einzeltäter, aber das wurde von Experten immer wieder angezweifelt. Schon die alten Römer sagten oft bei ungeklärten Vorfällen, „Cui bono?“ (Wem hat das genützt?) Die Antwort gibt Wikipedia: „Bereits am 28. Februar 1933 wurde die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat (Reichstagsbrandverordnung) erlassen. Damit wurden die Grundrechte der Weimarer Verfassung de facto außer Kraft gesetzt und der Weg freigeräumt für die legalisierte Verfolgung der politischen Gegner der NSDAP durch Polizei und SA. Die Reichstagsbrandverordnung war eine entscheidende Etappe in der Errichtung der nationalsozialistischen Diktatur.“

Ähnliches gab es schon zu allen Zeiten. Auch bei privaten Kleinkriegen fliegt das oft auf, wenn gelogen wird. Darum lohnt es sich nicht, hier noch weitere Beispiele zu bringen. Die Technik ist mittlerweile so weit, dass Alles wie echt aussehen und dann gefilmt werden kann. Als Freizeitvergnügen kann das sehr lustig sein, und „junge Leute von heute“ haben das ständig in der Münchner Innenstadt gemacht, bis die Corona-Epidemie ihre eigene Herbst-Krone aufsetzte. Zur Zeit sind wieder alle Lokale und sonstige Treffpunkte für die Bevölkerung geschlossen. Ende März nannte man das „Lockdown“ (Abschließen), jetzt heißt es „Shutdown“ (Total geschlossen), weil auch viele andere Plätze geschlossen sind. Ob sie bis Weihnachten wieder öffnen, entscheiden, erst kurz vorher, die einzelnen nationalen Regierungen in Europa. Und auf der ganzen Welt. Niemand kennt die Ursache der Störungen, aber sie nützen autoritären Denkern, die genaue Vorschriften lieben. Kriminalisten können darüber genauer nachdenken, aber von dort hört man Nichts. Auch die plauderfreudigen Zeitungen und quasselnden Talkshows reden immer wieder dasselbe, aber nicht das. Auf Straßendemonstrationen schreien Gruppen es in die Welt hinaus, es verbreitet sich bei den Zuschauern. Mehr nicht. Und es gibt ja auch keine Fakten, nur Vermutungen oder Verschwörungstheorien. Also Gerede.

Es bringt auch nichts, ständig über einzelne Themen nachzudenken und sich zu wiederholen. Denn es kommt nichts dabei heraus, nur neue Konferenzen mit Spitzenpolitikern, die über viele Dinge nachdenken und reden. Ein Sprichwort sagt, „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“ Das passiert oft, ohne dass es an der großen Glocke hängt. Privat helfen viele Menschen anderen. Auch aus anderen Gründen empfehlenswert ist folgende Webseite:

http://nebenan.de

Wenn man sich dort anmeldet, bekommt man ein riesiges Angebot: Alle dort registrierten Nachbarn in dem angegeben Stadtteil. Persönliche Angaben, freiwillig, sogar mit Passfotos und Namen. Verkaufs- und Hilfsangebote. Veranstaltungen in der Nähe. Handwerker und Verkaufsläden, mit Bewertung der Leser. Kontakte sind jederzeit möglich. Das Angebot ist bundesweit und kostet nichts. Man kann aber als Förderer sich anmelden und auch monatlich etwas spenden. Wenn man an harte, beleidigende soziale Netze wie Facebook denkt, bekommt man hier, als Möglichkeit, das Gegenteil. Denn unter Nachbarn spricht sich dummes Geschwätz auch herum, durch die Funktion der persönlichen Einzelnachricht, die darüber informiert, wer falsch und nicht empfehlenswert ist. Falls auch das noch Lügen sind, lässt sich der Verursacher schnell finden. Dann wird es teuer, auch für die Mitwisser.

Gerade in der jetzigen Krise ist diese Webseite eine gute, empfehlenswerte Idee, neben dem vielen Quatsch, der sonst verbreitet wird. Bei Unbekannten soll man immer vorsichtig sein, das gilt auch in Lokalen und in Reisezügen. Aber darüber kann man auf dieser gerade genannten Webseite, vorher selbst entscheiden. Solche Internet-Ideen werden immer gebraucht.

Sehr gut gemacht, aber inhaltlich für Propaganda und auch wieder zur politischen Ablenkung vom Krieg missbraucht, waren oft die Projekte der glitzernden Filmindustrie. Dort hat man seit dem Beginn der Hollywood-Zeit vor über hundert Jahren, oft auch mit falschem Goldgearbeitet und unmoralische Angebote angenommen. Es waren Kinofilme, die für Hetze und Manipulationen, immer noch eingesetzt werden. Handwerklich gut gemacht ist folgender Filmausschnitt von 1942, mitten im Zweiten Weltkrieg. Paul Hörbiger dirigiert. Und Zarah Leander singt: „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“:

https://www.youtube.com/watch?v=LFKM2VYDPjg

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