Zugspitze

17.2.2022. Die Zugspitze ist mit 2.982 Metern Deutschlands höchster Berg. Oben war ich noch nie, weil Massentourismus Geschmackssache ist, und die Alpen haben noch viele andere Ziele, auch mit dem Zug an einem Tagesausflug zu erreichen. Vor zwanzig Jahren gab es eine Übernachtung in Füssen. Dort ist Neuschwanstein ganz nahe. An einem verschneiten Wintermorgen, um 10.00 Uhr vormittags, kamen aus  dem Haupteingang circa 200 internationale Touristen, aber das Gebäude hat seine eigene Magie. Man kann es nur in Gruppen besuchen, aber wenn man dem Reiseleiter den Vortritt lässt und still zurückbleibt, kann man das Märchen auch allein anschauen. König Ludwig II. hat das ganze Wunderwerk persönlich gestaltet, auch die Bilder an den Wänden selbst ausgesucht. Am 13. Juni 1886, Pfingstsonntag ging Ludwig spazieren, mit Bernhard Gudden, einem Psychiater, der ihn in einem Gutachten als wahnsinnig erklärt hatte, so dass er verhaftet werden konnte. Der König sprang, nach 18..00 Uhr, in den Starnberger See. Gudden versuchte ihn aufzuhalten aber beide kamen gemeinsam um. Ludwig war ein Sonderling, aber nicht wahnsinnig oder gemeingefährlich. Die Münchner Regierung wollte ihn loswerden, weil seine Märchenschlösser immer teurer wurden. Einen echten Grund gab es nicht. Die Fakten sind längst aufgeklärt, aber immer noch geistern Märchen durch das Land, kitschig, romantisch, aber nichts als freie Phantasie. Nur auf dem wackligen Fundament des falschen Gutachtens von Gudden, der dafür gut bezahlt wurde. Kein Einzelfall. So ähnlich war das auch beim „Fall Mollath“, der hier ein eigenes Kapitel hat.

Jede Beurteilung ist kein Spiegel des Opfers, sondern seiner Gegner. Alle Einzelheiten findet man im Internet, sie sind nicht geheim.

Vor dreißig Jahren fiel der „Eiserne Vorhang“, der nicht nur in Berlin zwei feindselige politische Weltanschauungen in Europa radikal trennte. Jetzt lebte ein Rest wieder auf, weil Russland, in den ganzen langen Jahren seitdem, schlecht behandelt wurde. Erst jetzt findet der Dialog statt, der vorher versäumt wurde, obwohl täglich viel Zeit dafür gewesen wäre, auch für die Spitzenpersönlichkeiten auf der ganzen Welt. Die Einzelheiten sind bekannt, man muss sie nicht kommentieren, darf aber gespannt sein, ob diesmal etwas dabei herauskommt, das die Sicherheit aller Staaten stabilisiert. Das neue Stichwort heißt „Sicherheits-Dialog“, aber es ist überhaupt nicht neu, sondern nur verschlafen  worden wind.

Am meisten kommt man immer weiter wenn man sich in das Innenleben der Menschen hinein versetzt, die täglich unterwegs sind. Im Lauf vieler Jahre kommt es dabei zu auffälligen Wiederholungen, die immer verständlicher werden. Selbst Fehler machen dabei nichts, weil ihre statistische Häufigkeit keine Rolle spielt, nur die Ursachen. Das wirksame Wundermittel dabei ist die Analyse. So wichtig Gefühle sind, auch die Phantasie für Ideen, bei denen die Welt sich verändert – in der Bestandsaufnahme und in der Jahresbilanz dürfen sie keine Rolle spielen, weil sie das Ergebnis verfälschen. Und wenn man sich nur auf Zahlen verlässt, bleibt die Zahlenmystik draußen. Dazu gibt es hier 22 Beiträge:

https://luft.mind-panorama.de/?s=zahlenmystik&x=20&y=13

Die Numerologie wurde in der Frühgeschichte sehr ernst genommen. Damals galten sogar Pflanzen und Tiere als Formen einer Allmacht, die das ganze Leben regiert. Und Zahlen waren dann mächtig, wenn man sie mit konkreten Gedanken verknüpfte. Das kann Spielerrei und Hokuspokus sein, aber dann wirkt es nicht. Die Noten jeder Partitur lassen sich auch als Zahlenwerte darstellen, sonst könnte man keine Musik im Internet hören. Und das geht noch viel weiter. Pythagoras (570 – 510  vor Chr.) leitete in Athen auch eine Mysterienschule. Er glaubte, dass die Bewegung der Planeten „Sphärenklänge“ erzeugt. Dazu gibt es hier noch 9 andere Artikel:

https://luft.mind-panorama.de/?s=sph%C3%A4renkl%C3%A4nge&x=10&y=14

Sie belegen, dass hinter der nüchternen Materie noch ganz andere Universen verborgen sind.

Ludwig II. schwärmte  für die Musik von Richard Wagner, war aber dabei auch ein nüchterner Realist. Nach dem ersten Besuch des Lohengrin ließ er nach dem Komponisten suchen, der einmal wieder vor seinen Gläubigern aus Wien geflüchtet war. Beim Zusammentreffen sagte der König: „Von jetzt an werden Sie keine finanziellen Sorgen mehr haben,.“ Er mischte sich im letzten Augenblick ein und wusste, was er zu tun hatte. Hört man das Lohengrin-Vorspiel, 1954 unter der Leitung von Wilhelm Furtwängler, fragt man sich, wer von dieser Musik nicht begeistert sein kann:

https://www.youtube.com/watch?v=lfMKfsZ7qyU

.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.